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Palfinger trotzt US-Zöllen und leidet unter Nahostkonflikt

Der Umsatz ist leicht gestiegen, das Ergebnis etwas gesunken.
Ein gelber LKW mit Kran hebt eine Betonpumpe auf seine Ladefläche.

Der Salzburger Kranhersteller Palfinger navigiert durch unruhiges Fahrwasser. Zwar konnte das Unternehmen den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 2,3 Prozent auf 1,165 Milliarden Euro steigern. Doch das operative Ergebnis (EBIT) sank um sieben Prozent auf 84,1 Millionen Euro. „Die Märkte sind nicht weniger volatil geworden“, sagte Palfinger-Vorstandschef Andreas Klauser. „Jeden Tag gibt es neue Entwicklungen – sei es im Nahen Osten oder in Nordamerika.“ Nachsatz: „Unser Set-up ist aber sehr resilient, unser Portfolio solide und breit.“

Fakt ist aber auch: Der US-Markt bereitet Palfinger Sorgen. Die Zollpolitik habe nicht nur die Kosten erhöht, sondern auch die Nachfrage gedämpft, erklärte Finanzvorstand Felix Strohbichler. Hinzu komme der Iran-Krieg, der das erwartete Wiederanspringen der amerikanischen Wirtschaft verzögere. Nordamerika macht rund 23 Prozent des Konzernumsatzes aus. Auch der Nahe Osten belastet: Der Iran-Krieg habe das wichtige Servicegeschäft im Marinebereich „für Wochen, wenn nicht Monate zum Stillstand gebracht“, so Strohbichler. Dabei läuft das Marinegeschäft insgesamt gut – vor allem im Offshore-Wind-Bereich, bei Kreuzfahrtschiffen (Rettungsboote) sowie im Öl- und Gasgeschäft.

Sorgenkind Deutschland

Palfinger ist u. a. Weltmarktführer bei Lkw-montierten Ladekränen, Holz- und Recyclingkränen, Hakenliften für Containerwechselsysteme und Kräne für die Offshore-Windindustrie.

In Europa zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Während Südeuropa stark performt und Nordeuropa sich verbessert hat, schwächelt der wichtigste Markt: Deutschland. Mit 16 Prozent des Konzernumsatzes ist der nördliche Nachbar für Palfinger von zentraler Bedeutung.

„Infrastrukturprojekte wurden angekündigt, aber bisher ist wenig realisiert worden“, sagte Klauser. „Der Rest ist on hold.“ Das Unternehmen hofft auf baldige Impulse aus dem deutschen Infrastrukturpaket. Als Antwort auf die Marktlage hat Palfinger ein umfassendes Effizienzprogramm gestartet.

Weltweit sollen 25 Millionen Euro an Strukturkosten eingespart werden. „Bei der Profitabilität gibt es noch einiges zu tun“, sagte Klauser. Beschäftigte und Standorte sollen aber nicht abgebaut werden. „Unser Ziel ist, dass die Kostenbasis 2027 die gleiche ist wie 2026“, erklärte Strohbichler. Ohne Gegensteuerung würden Inflation und Kostensteigerungen die Struktur aus dem Ruder laufen lassen. Das Wachstum solle dadurch nicht beeinträchtigt werden.

Große Ziele

An den langfristigen Zielen hält Klauser fest: Bis 2030 soll Palfinger drei Milliarden Euro Umsatz erreichen, bei einer EBIT-Marge von zwölf Prozent und einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals von 15 Prozent.

Allerdings könnte sich die für 2027 geplante Zwischenetappe von 2,7 Milliarden Umsatz und zehn Prozent EBIT-Marge ins Jahr 2028 verschieben. „Das ist ein Timing-Effekt, kein Impact auf die absoluten Zahlen“, betonte Klauser.

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