Wirtschaft
05.04.2018

Opel-Werk in Wien-Aspern baut rund 140 Jobs ab

Opel bestätigt nicht die Höhe des Mitarbeiterabbaus. Details zu dem Abfindungsplan komme in nächsten Monaten.

Ein halbes Jahr nach der Übernahme von Opel und Vauxhall ordnet der neue Eigentümer, die französische PSA-Group (Peugeot-Citroën), ihre Standorte neu. Das hat leider auch Folgen für das  Werk in Wien-Aspern, wo aktuell 1400 Mitarbeiter beschäftigt sind. Zehn Prozent der Stellen sollen gestrichen werden, sagte der Betriebsrat zu ORF Online.  Das Unternehmen selbst bestätigte diese Zahl am Donnerstag nicht. Die wichtige Nachricht sei jedoch, dass „der Standort Wien gesichert ist“, betonte Sprecher Josef Ulbrich.  Der Abbau sei eine „normale Anpassung an die Auftragslage“.

Im abgelaufenen Jahr waren in Aspern 618.000 Getriebe und 436.000 Motoren vom Band gelaufen. Zwar läuft ein Teil der Motorenproduktion aus,  dafür trudelte ein neuer Getriebeauftrag für die nächsten Jahre ein. Für die betroffenen Opelmitarbeiter soll es einen freiwilligen Abfindungsplan geben, die Details werden aber erst in den nächsten Monaten folgen. Der Wiener Arbeitnehmer Förderungsfonds (waff) steht mit einer Arbeitsstiftung bereit.   Der Betriebsrat trägt nach Eigenangabe den Sozialplan mit.

In den letzten Wochen sei „sehr intensiv“ mit der Geschäftsführung verhandelt worden, sagte  Toni Steinmetz, Wiener Landessekretär  der Gewerkschaft PRO-GE.   Der Neuauftrag sichere vorerst die Auslastung, mittelfristig brauche das Werk aber neue Aufträge. Für GM wird noch bis 2020 bis  produziert.

Das frühere General-Motors-Werk stand am Anfang der österreichischen Exporterfolge. Aus dem von Kanzler Kreisky geplanten „Austro-Porsche“ wurde zwar nie etwas, dafür entdeckte die Autoindustrie  Österreich als Zulieferstandort.  Das  auf dem 1977 stillgelegten Flugfeld Aspern gegründete GM-Opelwerk ging 1982 in Betrieb. Damals  fertigten  2200 Mitarbeiter 250.000 Getriebe und 230.000 Motoren.

Auch Briten bangen

Auch im Nordwesten Großbritanniens bangen Arbeiter  um ihre Jobs. Und das noch länger: Die Entscheidung über den Standort Ellesmere Port verschob PSA auf 2020, weil man die Brexitverhandlungen abwarten will. PSA-Chef Carlos Tavares sagte, es gebe keine Eile; das dort gebaute Astra-Modell  läuft erst 2023 aus. Optimistischer dürfen die Kollegen in Luton bei London sein: PSA investiert dort mehr Geld, weil  neben Peugeot und Citroën-Modellen  auch eine neue Version des Vans Vauxhall/Vivaro eingeplant ist. Diese Entscheidung duldete keinen Verzug, weil das alte Modell abgelöst werden musste.

Auch an anderen Produktionsstandorten in Spanien oder Ungarn sind Einschnitte zu erwarten. Ziel von PSA ist es, den dauer-defizitären Autobauer Opel bis 2020 wieder dauerhaft in die Gewinnzone zu bringen.