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Studie: Österreichs Unternehmen vor nächster Belastungsprobe

Der Höhepunkt der Restrukturierungswelle soll noch heuer sein. Vor allem die Autobranche und der Handel stehen unter Druck.
Drei Personen arbeiten an Schreibtischen mit Computern in einem modernen, hellen Büro mit Pflanzen und Dekoration.

Die heimischen Betriebe stehen vor der nächsten Belastungsprobe. Im zweiten Halbjahr ist mit dem Höhepunkt der Restrukturierungswelle zu rechnen, ist fast die Hälfte der Fachleute bei den heimischen Banken überzeugt. Steigende Energie- und Materialkosten sowie eine schwache Konjunktur (jeweils 22 Prozent) sind die wichtigsten Belastungsfaktoren, geht aus einer EY-Umfrage unter den Restrukturierungs- und Sanierungsexperten europäischer Banken hervor.

Rund 47 Prozent der österreichischen Befragten gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Restrukturierungswelle heuer im zweiten Halbjahr erreicht wird. Weitere 21 Prozent erwarten den Höhepunkt der Restrukturierung und Sanierung im ersten Halbjahr nächsten Jahres.

Mehrere Belastungsfaktoren

„Viele Unternehmen stehen nicht vor einem einzelnen Problem, sondern vor einer Gleichzeitigkeit mehrerer Belastungen: hohe Kosten, schwächere Nachfrage, geopolitische Unsicherheit und teils eingeschränkter Finanzierungsspielraum“, sagte Jürgen Kogler, Partner bei EY-Parthenon Österreich. „Das macht Restrukturierungen komplexer - und erhöht den Druck, frühzeitig realistische Szenarien zu entwickeln.“

Wobei einzelne Branchen deutlich stärker betroffen sind, so die Experten bei den Banken. Dazu zählt vor allem der Automotive-Sektor, aber auch der Handel kämpfe mit der aktuellen Situation. Die Immobilien-Branche stehe nach wie vor unter Druck, auch wenn dieser nicht mehr so stark ist wie bei früheren Erhebungen. Aber auch für die Bereiche Bau- und Baumaterialien sowie das produzierende Gewerbe sei die Situation herausfordernd.

„Der Druck im Automotive-Sektor wirkt entlang ganzer Wertschöpfungsketten - von Zulieferern über Produktionsbetriebe bis zu industrienahen Dienstleistern“, sagt Ben Trask, Partner bei EY-Parthenon Österreich. „Gleichzeitig zeigt die Entwicklung im Handel, dass die schwache Konsumstimmung und hohe Kostenbelastung zunehmend auch konsumnahe Branchen treffen.“

Neue Kreditvereinbarungen

Bei der Restrukturierung eines Unternehmens werden nach wie vor häufig die Kreditvereinbarungen angepasst. Aber auch die Insolvenz oder die Liquidation eines Unternehmens gewinnt an Bedeutung für das erste Halbjahr 2026 nannten 18 Prozent der Befragten diese Maßnahmen als häufigste Lösung. Aber auch Unternehmenszusammenschlüsse und -übernahmen gewinnen an Bedeutung.

„Wenn Geschäftsmodelle strukturell unter Druck stehen, braucht es oft eine Kombination aus finanzieller Neuordnung, operativer Sanierung und strategischen Entscheidungen – bis hin zu Verkäufen, Carve-outs (Abspaltung eines Unternehmensbereiches, Anm.) oder geordneten Insolvenzverfahren“, so Kogler. Wobei die Banken weiterhin auf außergerichtliche und konsensuale Lösungen setzen würden, geht aus der Umfrage hervor. Wobei den Instituten vor allem wichtig ist, dass die Eigentümer ihren Teil zur Restrukturierung beitragen. 

Ein glaubwürdiger Businessplan ist für die Banken ebenfalls ein wichtiger Faktor, um eine Restrukturierung zu unterstützen. Erst dann stellt sich für die Banken die Frage, wie es mit den Kreditkennzahlen und der Fähigkeit zur Schuldentilgung aussieht.

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