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© Woom

Wirtschaft
04/19/2021

Österreichischer Kinderfahrradhersteller woom lässt Bikes in Polen fertigen

Bisher hat die Bike-Industrie ihre Komponenten fast ausschließlich von Spezialisten aus Asien bezogen.

Der österreichische Kinderfahrradhersteller woom mit Sitz in Klosterneuburg baut seine Fahrrad-Produktion um. We im Vorjahr angekündigt, wird die Produktion seiner Fahrräder für die europäischen Absatzmärkte nach Europa geholt: In einem Werk des deutschen Unternehmens Sprick Cycle GmbH in Świebodzin im Westen von Polen laufen seit Anfang des Jahres woom Original bikes - also die klassischen Kinderfahrräder woom 1 bis 6 - vom Band.

"Mit Sprick hat woom einen verlässlichen Partner mit langer Tradition im Fahrradbau gefunden. In zwei kompletten Laufradstraßen für Fahrräder in allen Größen und mit Hilfe von hoch automatisierten Verfahren für Einspeichung und Zentrierung sollen bis Ende 2021 bereits 115.000 woom-bikes endgefertigt werden. Das ist knapp 40 Prozent der gesamte Jahresproduktion. Daneben laufen die Vorbereitungen für die polnische Endfertigung der woom OFF-Mountainbikes auf Hochtouren", heißt es in einer Aussendung.

Riesenchance

„Die fortschreitende Automatisierung, aber auch die rückläufige Entwicklung bei den Zulieferern der Automobil- und Luftfahrtindustrie eröffnen Möglichkeiten bei der Produktion und Montage von Fahrrädern in Europa“, sagt woom-Geschäftsführer Guido Dohm. “Bisher hat die Bike-Industrie ihre Komponenten fast ausschließlich von Spezialisten aus Asien bezogen. Jetzt wird es möglich, mit Zulieferern in Europa zu entwickeln und zu produzieren. Da sehen wir eine Riesenchance für woom.“
Statt die Komponenten 30 Tage auf See von Asien nach Europa zu verschiffen, können diese Komponenten in Zukunft binnen weniger Tage innerhalb der EU per Lkw an die Fertigungslinien gebracht werden.

Lange Wartezeiten

"Die Wichtigkeit, Produktionsstandorte in Europa zu haben, zeigte sich nicht zuletzt während der Coronakrise: Produktionsstätten in Asien wurden aufgrund des Lockdowns teilweise heruntergefahren; Transportwege wurden unverlässlicher", heißt es weiter. "Bis heute leidet die Fahrrad-Branche unter Lieferengpässen bei gängigen Komponenten. Das hat Auswirkungen auf die gesamte Produktion und schlägt sich für Kundinnen und Kunden phasenweise in langen Wartezeiten nieder. Die Lieferzeiten für einzelne Komponenten haben sich verlängert: zum Teil von 90 Tagen auf 600 Tage."

„Die Zusammenarbeit mit Sprick Cycle in Polen bedeutet für uns einen wichtigen Schritt in Richtung unseres großen Zieles: woom bikes für europäische Absatzmärkte in Europa herzustellen“, erklärt Dohm. Zwar wird die Produktion von Fahrrädern im asiatischen Raum für die woom Wachstumsmärkte Nordamerika und Asien weiterhin eine wichtige Rolle spielen und auch weiter ausgebaut werden.

Für die europäischen Absatzmärkte sei die Produktion in Europa jedoch zielführender. Sprick Cycle-Geschäftsführer und Inhaber Jochen Hanhörster sagt: “Mit woom haben wir eine aufstrebende Marke der Fahrradbranche als Partner an unserer Seite. Wir blicken mit großer Vorfreude auf den gemeinsamen Weg und die partnerschaftliche Zusammenarbeit„

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