SOS Kinderdorf in Simbabwe

© KURIER/Stephan Boroviczeny

550 Millionen Euro
12/02/2014

Österreicher spenden mehr

Viele Hilfsgelder von Menschen mit kleinem Gehalt, wenig Großspenden.

von Simone Hoepke

Für Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind, ist jetzt Hochzeit. Bis zu einem Viertel des Spendenvolumens wird um die Weihnachtszeit eingenommen. Im Vorjahr haben die Österreicher den Rekordwert von 550 Millionen Euro gespendet, geht aus dem Bericht des Fundraising Verbands Österreich hervor. Der Wert wurde unter anderem durch das Hochwasser in Österreich in die Höhe getrieben, das eine Welle an Hilfsbereitschaft ausgelöst hat. Katastrophenhilfsorganisationen, vom Roten Kreuz bis zur Freiwilligen Feuerwehr, erhalten im Sog solcher Ereignisse traditionell mehr Geld – zulasten anderer Spendensammler. Die Zahl der Organisationen, die in Österreich um Hilfsgelder rittern, hat sich in den vergangenen 20 Jahren übrigens auf rund 250 versechsfacht.

In Österreich bekommt die Caritas am meisten Spenden (69 Millionen Euro), gefolgt vom Roten Kreuz und SOS Kinderdorf (65 bzw. 35 Millionen Euro). "Trotz der schwierigen finanziellen Lage bleiben die privaten Spenden auf dem gleich hohen Niveau", betont Nora Deinhammer von SOS Kinderdorf. Rund die Hälfte der Einnahmen kommen von Privaten.

Großzügige Bürger

In Österreich helfen überproportional viele Menschen mit kleinem Einkommen, während Großspenden eine Seltenheit sind. Sechs von zehn Österreichern unterstützen regelmäßig andere, besonders gern helfen sie Kindern, Tieren und Opfern von Katastrophen. Trotz des neuen Rekordwerts ist das Spendenaufkommen pro Einwohner in den Niederlanden um 20 Prozent höher als in Österreich. Deutsche spenden 50 Prozent mehr, Schweizer überhaupt drei Mal so viel.

Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbandes, spricht von einem "Wettbewerb der Philanthropen". In Österreich ist die Zahl der Privatstiftungen zuletzt wieder gesunken. Ändert der Gesetzgeber nicht die Rahmenbedingungen, werden noch mehr Vermögende ins Ausland auswandern, warnt Lutschinger. "Ein gemeinnütziges Stiftungsrecht fehlt in Österreich komplett." In Deutschland sind Milliardenvermögen in diesen Sektor geflossen.

Dass Spenden an begünstigte Organisationen von der Steuer abgesetzt werden können, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Im Vorjahr haben 710.000 Österreicher einen Teil des Geldes beim Steuerausgleich zurückgeholt. Jeder vierte Spenden-euro scheint schon in einer Steuererklärung auf. Als Spende können maximal zehn Prozent des Einkommens geltend gemacht werden, in Deutschland ist die Quote laut Lutschinger doppelt so hoch. Er fordert die Regierung auf, Spenden für Tierschutz, Kultur und Bildung ebenfalls zu begünstigen.

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