Für Österreich steht sehr viel auf dem Spiel
Zuerst der Krieg in der Ukraine, nun jener im Iran: Beide Konflikte decken die Schwachstellen Österreichs punkto Sicherheit schonungslos auf. Ganz offensichtlich schon auf den ersten Blick erkennbar jene der militärischen Landesverteidigung.
Jahrzehntelang wurde das Bundesheer vernachlässigt, es wurde zu wenig auf Experten gehört und jede Großinvestition so lange hinterfragt und kritisiert, bis sie entweder viel zu spät (Ersatz für Herkules-Transporter; Blackhawk-Hubschrauber) oder reduziert (Eurofighter) kam. Getreu dem Motto nach dem Fall des Eisernen Vorhangs „Give peace a chance“ wird schon nichts passieren – uns als neutrale Österreicher schon gar nicht. Und wenn doch, helfen uns sicher die Nachbarstaaten oder die NATO (die wir sonst eigentlich nicht schätzen).
Wie man nun sieht, ist darauf kein Verlass. Die US-Amerikaner haben sich zumindest geistig vom Verteidigungsbündnis vorläufig verabschiedet. Umso wichtiger ist es daher, dem Verbund noch näherzurücken und im Sky-Shield-Bündnis eine Rolle zu spielen. Wie wichtig ein solcher Schutzschirm ist, zeigen die aktuellen Geschehnisse am Persischen Golf und in Israel. Ohne ein solches Abwehrschild wären die Zerstörungen in dem vom Iran angegriffenen Ländern noch größer.
Große Abhängigkeiten
Mit den beiden Kriegen zeigt sich auch Österreichs große Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen. Gas und Öl aus Russland ist nicht mehr opportun, doch der Bezug aus anderen Ländern erweist sich auch nicht als das Gelbe vom Ei. Die Quellen im arabischen Raum sind infolge des Kriegs teils lahmgelegt und jene aus den USA kosten mehr (und sind angesichts der erratischen Politik der USA eine schwer einschätzbare Langzeitbeziehung).
Daher muss der Umstieg auf alternativen Quellen forciert werden, wobei klar sein muss, dass dies nicht von heute auf morgen funktioniert und diese weiterhin nur Teil eines stärker diversifizierten Energiemix (inklusive europäischem Atomstrom) sein kann. Bevölkerung und Wirtschaft müssen sich aber auf alle Fälle auf funktionierende und leistbare Energielieferungen verlassen können. Hohe Energiekosten oder gar Rationierungen beziehungsweise Abschaltungen wären für den Standort ein Horrorszenario.
Ausfälle können aber auch die Folge sein, wenn Staat und Unternehmen zur Zielscheibe von Cyberattacken und Webkriminalität werden. Diese dürfen nicht auf die leichte Schulter genommen werden, beträgt doch der jährliche Schaden Hunderte Millionen Euro. Betroffen sind keineswegs nur Großkonzerne, sondern auch Klein- und Mittelbetriebe. Zur Abwehr sind hohe Investitionen nötig.
Und nicht zuletzt sind Vorkehrungen gegen den Klimawandel zu treffen. Die Versorgung mit landwirtschaftlichen Produkten so gut wie möglich aus eigener Herstellung hat in Zeiten wie diesen enorme Wichtigkeit.
Viel zu tun (und hohe Investitionen) also in den nächsten Jahren, um den Standort in vollem Umfang abzusichern.
Kommentare