Wirtschaft
04.01.2012

Österreich: Mehr Exporte, noch mehr Importe

Von Jänner bis Oktober stieg das Handelsbilanzdefizit auf 6,61 Mrd. Euro. Im Vorjahr lag der Wert noch bei der Hälfte.

Der österreichische Außenhandel verzeichnete von Jänner bis Oktober 2011 einen deutlichen Zuwachs: Die Warenexporte stiegen um 13,5 Prozent auf 101,7 Mrd. Euro, die Importe lagen mit 108,3 Mrd. Euro um 16,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Handelsbilanz wies in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres ein Passivum von 6,61 Mrd. Euro auf, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es erst 3,5 Mrd. Euro. Dies teilte die Statistik Austria am Mittwoch via Aussendung mit.

Den Großteil der Importe bezog Österreich aus den EU-Staaten, nämlich Waren um 77,6 Mrd. Euro (+14,8 Prozent). Die Exporte in die EU-Länder stiegen um 12,1 Prozent auf 71,1 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich ein Handelsbilanzdefizit mit der Europäischen Union von 6,5 Mio. Euro.

Im Außenhandel mit Drittstaaten stiegen die Importe um 20 Prozent auf 30,77 Mrd. Euro, die Exporte um 16,9 Prozent auf 30,64 Mrd. Euro. Daraus ergab sich ein geringes Handelsbilanzdefizit von rund 0,1 Mrd. Euro.

Für Reinhold Mitterlehner bestätigen die neuen Exportdaten, dass sich Österreichs starke Exportwirtschaft auch in einem sehr schwierigen internationalen Umfeld bewährt, obwohl die Wachstumsdynamik nachlässt. "Unsere Exportbetriebe stemmen sich erfolgreich gegen die Krise, weshalb wir auf einen neuen Rekord beim Exportvolumen zusteuern. Dennoch müssen wir uns wegen der Schuldenkrise und ihrer Folgen für die Realwirtschaft gut wappnen", so der Wirtschaftsminister. "Die Exporte sind in diesem Konjunkturklima kein Selbstläufer mehr. Jetzt geht es daher darum, die Wettbewerbsfähigkeit durch Innovationen zu sichern und den Export in neue Zukunftsmärkte aktiv zu forcieren."