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Wirtschaft von innen
08/27/2013

Österreich-Konsortium ritterte um Alpine-Energie

Investorengruppe mit prominenter politischer Beteiligung blieb erfolglos.

von Andrea Hodoschek

Der Infrastruktur-Dienstleister Alpine-Energie war das Filetstück des in die Mega-Pleite geschlitterten Baukonzerns Alpine. Mit im Rennen um das 3000-Mitarbeiter-Unternehmen, das 462 Millionen Euro umsetzt, war eine österreichische Investorengruppe mit prominenter politischer Beteiligung. Den Zuschlag erhielt kürzlich jedoch wie berichtet der Finanzinvestor Triton mit Sitz auf Jersey – die deutsch-skandinavische Gesellschaft hatte einen deutlich höheren Preis geboten.

Die Alpine-Energie war das wichtigste Asset des eingestürzten Bau-Imperiums. Das Unternehmen mit Sitz in Linz und etlichen Auslandstöchtern plant und errichtet Telekommunikations-, Verkehrs- und Energienetze. Die Verkaufsberater Erste Group und Bank Austria/UniCredit klopften auch beiHerbert Paierl an. Der ehemalige steirische VP-Landesrat kennt sich im Energiesektor aus, war Vorstand des Mittelstandsfinanzierers UIAG und beschäftigt sich über seinepcb Paierl Consulting Beteiligungs GmbH.mit Private-Equity-Finanzierungen.

Paierl, der als Favorit von VP-Chef Michael Spindelegger für den Vorstand der Staatsholding ÖIAG vom industriell dominierten Aufsichtsrat verhindert wurde, stellte eine Gruppe von österreichischen Investoren auf. Der Ausbau von Netzen und Leitungen hat enormes Zukunftspotenzial.

Mit an Bord war auch ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf. Der war offenbar interessiert daran, neben der Politik sein Standbein als Unternehmer weiter auszubauen. Kopf ist einer der wenigen Parlamentarier, die auch Unternehmer sind. Er ist mit Sportbau Walser in seiner Vorarlberger Heimat und der Schweiz im Bau von Sportanlagen engagiert.

Zur vertieften Prüfung (Due Diligence) kam das rot-weiß-rote Konsortium allerdings nicht mehr. Denn der Masseverwalter signalisierte klar einen dreistelligen Millionenbetrag als Kaufpreis. Paierl, Kopf und Co. sollen, ist zu hören, angesichts gewisser Risken in der Bilanz nur 70 Millionen Euro geboten haben. Den Großteil des Kaufpreises hätte man über privates Risikokapital aufgebracht. Triton soll 75 Millionen hingelegt haben und einen Besserungsschein, der in den Massetopf fließt. Alpine-Energie gehörte der Alpine, wurde aber vor der Insolvenz für einen Zuschuss von 75 Millionen Euro an eine Gesellschaft des spanischen Mutterkonzerns FCC ausgelagert. Dieser Deal könnte noch die Justiz beschäftigen.

Man darf gespannt sein, ob Triton die Alpine-Energie, wie bei Finanzinvestoren sehr beliebt, filetiert. Die Österreich-Gruppe, ist zu hören, wollte die Alpine-Energie als Ganzes weiterführen. Paierl will keinen Kommentar dazu abgeben.

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