Österreich in der Rezession: Braucht es jetzt ein Konjunkturpaket?

Bauwirtschaft ist besonders stark vom Coronavirus betroffen
Die Experten von Agenda Austria und Momentum Institut sind da ganz unterschiedlicher Auffassung

In wirtschaftlich harten Zeiten, wird oft und gerne über die Notwendigkeit voon staatlichen Hilfen debatiert. Der KURIER hat zwei Institute gefragt, wie sie die Daten von WIFO und IHS einordnen.

Die neuen Wirtschaftsprognosen seien „kein Schock, keine Krise“, sondern zeigten ein „relativ normales Konjunkturbild“ nach den starken Corona-Aufholjahren 2021 und 2022. „Aber zusätzlich gebremst durch hohe Zinsen und die hohe Inflation“, sagt Jan Kluge, Ökonom beim wirtschaftsliberalen Thinktank Agenda Austria.

Kluge spricht von einer „Stagflation“ mit Abwärtsrisiken – etwa weiter hohe Zinsen oder zu kräftigen Lohnabschlüsse als Inflationstreiber. Braucht es also ein Konjunkturpaket? „Das geht jetzt nicht“, meint Kluge. Die Regierung könne eventuell und sehr spezifisch den notleidenden Bau unterstützen, aber nicht mehr. Sonst heize der Staat lediglich die Inflation erneut an.

Oliver Picek vom arbeitnehmernahen Momentum Institut, sieht das ganz anders:  „Die Politik sollte nicht zuschauen und auf einen Aufschwung warten, der vielleicht gar nicht kommt.“

Picek plädiert für ein Konjunkturpaket von „ein bis zwei Prozent der Wirtschaftsleistung“, damit die „Wirtschaft nicht weiter einbricht“. Es reicht inhaltlich von Hilfen für die Bauwirtschaft, mehr gemeinnützigen Wohnbau bis zum Ausbau der Kinderbetreuung und Pflege.  „Das schafft Arbeitsplätze und bringt die sozialen Dienstleistungen auf das Niveau, das die Bürger erwarten.“  miba

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