Iran-Konflikt: OMV sieht Versorgung mit Öl und Gas gesichert

Täglich passieren rund ein Fünftel der globalen Öltransporte die Meerenge. Jede Störung könnte zu einem Anstieg der Energiepreise führen.
Eine Ölförderanlage unter einem strahlend blauen Himmel mit Wolken.

Zusammenfassung

  • Ölpreise steigen nach Nahost-Eskalation deutlich an, Brent verteuert sich um bis zu 14 Prozent.
  • Iran schränkt nach Angriffen von Israel und USA den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz ein.
  • Opec+ beschließt Erhöhung der Tagesproduktion, um Preisanstiege abzufedern.

Der teilstaatliche Energiekonzern OMV sieht die Versorgung seiner Kunden mit Öl und Gas trotz der Eskalation im Nahen Osten derzeit als gesichert an. Die Versorgung mit den potenziell betroffenen Ölmengen sei sichergestellt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Für den Fall einer länger andauernden Einschränkung der Schifffahrtsroute bereite man jedoch alternative Szenarien vor.

"OMV geht davon aus, dass betroffene Mengen über alternative Bezugsquellen ersetzt werden können", hieß es weiter. Auch auf die Gasversorgung habe die Situation in der Straße von Hormuz derzeit keinen Einfluss.

Ölpreise haben kräftig zugelegt

Die Ölpreise haben nach der Eskalation im Nahen Osten zunächst kräftig zugelegt, sind dann aber wieder etwas gesunken. In der Nacht auf Montag stiegen die Notierungen für Brent-Öl aus der Nordsee und Rohöl aus den USA in den ersten Handelsminuten um jeweils mehr als zehn Prozent. Dabei erreichte die Nordseesorte Brent-Öl in der Spitze bei 82,37 US-Dollar (69,78 Euro) je Barrel (159 Liter) den höchsten Stand seit Juli 2024.

Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) kam mit 75,33 Dollar auf den höchsten Stand seit Juni 2025. Zuletzt lag der Preis je Barrel der Sorte Brent zur Lieferung im April nur noch um gut 5 Dollar oder etwa 7,5 Prozent höher bei 78,05 Dollar. Der Preis für WTI legte um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar zu.

Iran sperrt Straße von Hormus

Am Wochenende schränkte der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels. Schifffahrtsdaten zufolge lagen am Sonntag rund 150 Tanker vor der strategisch wichtigen Straße.

Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Jede Störung kann die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern. Die Staaten des Ölverbunds OPEC+, in dem neben Staaten der OPEC auch andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert sind, hatten am Sonntag auf einem planmäßigen Treffen beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern.

Insgesamt will die OPEC+ die Tagesproduktion um 206.000 Barrel steigern, wie der Verbund nach einer Online-Sitzung mitteilte. Den jüngsten Krieg im Nahen und Mittleren Osten erwähnte die Gruppe jedoch mit keinem Wort. Stattdessen wurde die Produktionserhöhung mit dem stabilen Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung und niedrigen Ölvorräten erklärt.

Experte: Rohölpreis könnte bis 100 Dollar pro Barrel steigen

Nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank werden das Ausmaß und das Tempo der Eskalation der Lage im Nahen Osten in den kommenden Tagen von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Unter anderem könnten die höheren Ölpreise "eine Deeskalationsdynamik auslösen".

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee im Fall einer längeren Schließung der Straße von Hormuz weiter in Richtung der Marke von 100 Dollar steigen könnte. "Bliebe der Ölpreis mehrere Monate so hoch, würde das die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige zehntel Prozentpunkte senken", sagte Krämer.

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