© REUTERS/STRINGER

Aramco
12/11/2019

Öl-Gigant startet an Börse durch

Der saudische Ölkonzern Aramco startete fulminant an der Börse in Riad. In der ersten Stunde schon schoss die Aktie um zehn Prozent hoch.

Der Herr über den Ölreichtum Saudi-Arabiens, Kronprinz Mohammed bin Salman, hat erreicht, was er wollte: Mit der Privatisierung von nur 1,5 Prozent des staatlichen Erdöl-Giganten Aramco hat er die Rekordsumme von 25,6 Milliarden Dollar (23,1 Milliarden Euro) eingenommen und damit den bisherigen Börsegang-Rekord des chinesischen Onlinehändlers Alibaba geschlagen.

Und nicht nur das: Der Aktien-Emissionspreis lag mit 32 Rial (7,6 Euro) je Stück am oberen Rand des Angebotsspektrums und legte gleich in der ersten Stunde des Handels am 11. Dezember um rund zehn Prozent zu. Alles geglückt also?

Internationale Aktienanalysten sind da nicht ganz so sicher. Der Aramco-Börsegang komme zu spät, lautet die Aussage vieler Analysten in Europa. Anleger würden heutzutage nicht mehr auf Öl-Aktien, sondern auf nachhaltige Investments setzen. Das ist auch Kronprinz Salman nicht entgangen.

Denn er will mit den eingenommenen Milliarden Saudi-Arabien in eine grünere wirtschaftliche Zukunft führen, die weniger von Öleinnahmen abhängig ist. So will er bis 2023 insgesamt 27,3 Gigawatt zusätzlichen Strom aus erneuerbaren Quellen haben, den Großteil davon soll Solarenergie liefern. Damit sollen etwa zehn Prozent der Stromerzeugung aus umweltfreundlichen Quellen stammen.

Mega-Projekt

Kronprinz Salman legt nicht nur bei Aramco Wert auf Rekorde. Geplant hatte er auch den größten Solarpark der Welt. Das 20 Milliarden-Dollar-Projekt liegt derzeit aber auf Eis. Jetzt will er die Einnahmen in den Bau der Mega-City Neom im Nordwesten des Landes am Golf von Akaba stecken. Aber hier wird es bald knapp mit dem Geld. Denn die Neom-Pläne würden 500 Milliarden Dollar verschlingen.

Und Saudi Arabien braucht das Geld dringend anderswo: Nämlich zur Finanzierung des Krieges im Jemen und zur Deckung des seit dem Absturz der Ölpreise 2014 wachsenden Defizits.

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