Ökonom: Nach den Unwettern wird jetzt der Pfusch florieren

Nach dem Hochwasser laufen die Aufräumarbeiten, der Wiederaufbau beginnt. Ökonom Schneider rechnet in diesem Zusammenhang mit einem starken Anstieg der Schwarzarbeit.
UNWETTER: SITUATION IN NIEDERÖSTERREICH / PIELACH

Nach den jüngsten Unwettern rechnet die Versicherungsbranche mit massiven Schadenssummen. Laut Versicherungsverband (VVO) werden Schäden im Wert von bis zu 600 bis 700 Millionen Euro erwartet. Im Extremfall könnte sogar die Milliardengrenze durchbrochen werden.

Der Linzer Ökonom Friedrich Schneider, Professor an der Johannes Kepler Universität Linz, beziffert den Gesamtschaden des Hochwassers auf rund 1,5 Milliarden Euro. Allerdings sei diese Schätzung mit einer Unsicherheit von plus/minus 20 Prozent behaftet, ergänzte Schneider. Demnach sollten die Schäden an Häusern, Pkw und der Infrastruktur bei 1,2 bis 1,8 Mrd. Euro liegen.

Schwarzarbeit wird um 250 Millionen Euro zunehmen

Die jüngsten Unwetter haben nicht nur Schäden in Milliardenhöhe angerichtet, sondern werden auch die Schwarzarbeit in den kommenden Monaten beflügeln, sagte Schneider im Gespräch mit der APA. 

Die Schwarzarbeit wird in den kommenden sechs Monaten - also von Oktober bis März nächsten Jahres - um 250 Mio. Euro zunehmen, sagte Schneider.

Den Gesamtumsatz der Schwarzarbeit im laufenden Jahr bezifferte der Ökonom bisher mit 34,52 Mrd. Euro. Somit sollte der Wert innerhalb von 12 Monaten auf 34,77 Mrd. Euro steigen. 

Allerdings geht diese Schätzung laut Schneider davon aus, dass die Geschädigten die von der EU zugesagten Hilfsmittel in Höhe von 500 Mio. Euro erhalten. "Wenn die Gelder nicht bei den Betroffenen ankommen, steigt die Schwarzarbeit weiter", ergänzte der Ökonom.

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