Wirtschaft
05.05.2017

Nowotny schließt Bitcoin als legale Währung aus

Aber kein Verbot, weil EZB "technische Entwicklung nicht verbieten will".

Nationalbankgouverneur Ewald Nowotny hat in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Presse" einige Standpunkte bekräftigt. Er ist weiter für den Erhalt von Bargeld und bedauert die Abschaffung des 500-Euro-Scheins. Auch hat sich nichts an Nowotnys Skepsis gegenüber der Digitalwährung Bitcoin geändert, die "völlig intransparent" und "ein System ohne nachvollziehbare Kontrolle" sei.

"Es ist völlig ausgeschlossen, dass das zu einer legalen Währung werden kann", so Nowotny. Die EZB sehe andererseits aber keinen Grund Bitcoin zu verbieten, "weil man technische Entwicklungen nicht verbieten will".

Dass sich Immobilien verteuern, bedauert der Notenbanker. "Wir haben die Immobilienmärkte unter besonderer Beobachtung." Es müsse etwas geschehen, denn einer wachsenden Bevölkerung stehe eine gehemmte Wohnbautätigkeit gegenüber. Derzeit handle es sich aber um eine günstige Zeit zu kaufen, geht man einen längerfristigen fixverzinsten Kredit ein, so Nowotny zur "Presse" (Samstagsausgabe).

Als Möglichkeit sieht das EZB-Ratsmitglied, aus dem ESM einen Europäischen Währungsfonds zu machen. "Das wäre möglich, ist aber keine Maßnahme, die gegen den Internationalen Währungsfonds gerichtet ist." Jedenfalls sei die "EU in der Lage, interne Probleme intern zu lösen". Langfristig wäre auch ein europäischer Finanzminister "schön, aber es ist nicht realistisch derzeit". Jedenfalls sei der Euro eine "Erfolgsgeschichte".