Für Fed-Chefin Yellen ist die Erholung am US-Jobmarkt noch zu gering.

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Euro fällt
08/22/2014

Notenbanker fürchten neue Rezession in Europa

Während Europas Wirtschaft nicht in die Gänge kommt und der Eurokurs sinkt, denken die USA wegen der guten Konjunktur über Zinserhöhungen nach.

von Irmgard Kischko

Die mit Spannung erwartete Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen beim Treffen im Bergort Jackson Hole fiel ernüchternd aus: Trotz des Booms der US-Wirtschaft und der kräftigen Erholung des Arbeitsmarktes gab Yellen keine Signale, dass es zu einer raschen Zinserhöhung kommen werde.

Sicher ist nur, dass die Federal Reserve die Aufkäufe von Anleihen, mit denen sie nach Ausbruch der Finanzkrise 2008 den Markt entlastet hatte, im Oktober beenden wird. Vor einer Zinserhöhung will sie noch mehr Daten über die Entwicklung am Jobmarkt. Es gebe noch zu viele Unsicherheiten, ob die Erholung auch nachhaltig sei, meinte sie – und dürfte damit die Mehrheit der regionalen Notenbanker der USA hinter sich haben. Nicht so Esther George, Chefin des Fed-Ablegers in Kansas City. Sie setzte sich in Jackson Hole für eine rasche Zinsanhebung ein. Das tiefe Zinsniveau, das nunmehr schon sechs Jahre anhalte, berge große Gefahren, warnte sie. Und das Ziel der Vollbeschäftigung und ein stabiles Preisniveau seien in den USA erreicht. Die US-Zinsen liegen in einer Bandbreite von null bis 0,25 Prozent.

Europa in Sorge

Von Wachstumsraten wie in den USA (vier Prozent im zweiten Quartal) kann Europa nur träumen. Von April bis Ende Juni stagnierte die Wirtschaft der Eurozone, in vielen Ländern ist die Arbeitslosigkeit ein wachsendes Problem.

Der Chef der Federal Reserve-Filiale von St. Louis mahnte die Europäische Zentralbank angesichts der wirtschaftlichen Flaute denn auch zum Handeln. Der geringe Preisauftrieb erfülle ihn mit Sorge.

EZB-Präsident Mario Draghi, dessen Rede in Jackson Hole noch aussteht, zieht daher auch die Aufmerksamkeit der Finanzexperten auf sich. Erst im Juni hatte er die Zinsen in der Eurozone auf 0,15 Prozent gesenkt. Die Erwartung allmählich steigender Zinsen in den USA und die anhaltende Schwäche Europas haben den Kurs des Euro weiter gedrückt. Am Freitag fiel er auf bis zu 1,3221Dollar.

Für die matte europäische Konjunktur könnte der tiefe Eurokurs ein Segen sein, macht er doch die Exportwirtschaft wettbewerbsfähiger. Draghi kann diese Entwicklung nur recht sein. Doch Europas Wirtschaft ist von wachsenden Risiken bedroht. Die Krise zwischen Russland, der Ukraine und der EU hat zuletzt auch der vergleichsweise starken deutschen Wirtschaft zugesetzt. Von den Schwellenländern kommen auch zu wenige positive Impulse. Sorge bereitet Experten auch, dass die Preise in der EU kaum noch steigen.

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