FILE PHOTO: Visitors gather outside the Nokia booth at the Mobile World Congress in Barcelona

┬ę REUTERS / Sergio Perez

Wirtschaft
03/16/2021

Nokia streicht bis zu 10.000 Stellen

Restrukturierung soll die Kosten bis Ende 2023 dauerhaft um 600 Millionen Euro senken.

Acht Monate nach Amtsantritt macht Nokia-Chef Pekka Lundmark N├Ągel mit K├Âpfen: Nach einer neuen Organisationsstruktur f├╝r den finnischen Netzwerkausr├╝ster will der Manager nun in den kommenden zwei Jahren bis zu 10.000 der insgesamt rund 90.000 Stellen streichen. Ziel sei es, im Wettlauf um die Spitzenposition bei der 5G-Technologie gen├╝gend Geld f├╝r Investitionen in Forschung und Entwicklung zu haben, begr├╝ndete Lundmark am Dienstag den Kahlschlag.

F├╝r die Restrukturierungen will er 600 bis 700 Mio. Euro in die Hand nehmen. Dem stehen Einsparungen von 600 Mio. Euro bis Ende 2023 gegen├╝ber. "Entscheidungen, die potenzielle Auswirkungen auf unsere Mitarbeiter haben k├Ânnen, werden nie leichtfertig getroffen", so Lundmark.

Technologief├╝hrer

Doch Nokia strebe in seinen vier Sparten die Technologief├╝hrerschaft an. Daher m├╝sse der Konzern in die Produktqualit├Ąt und Wettbewerbsf├Ąhigkeit investieren. Das mache Kostensenkungen unumg├Ąnglich.

Es ist nicht das erste Mal, dass Nokia Stellen abbaut. Bereits nach der ├ťbernahme des franz├Âsischen Rivalen Alcatel-Lucent vor f├╝nf Jahren hatte der einstige Gummistiefel-Hersteller und Mobiltelefon-Pionier tausende Jobs gestrichen.

Weltweit

Einem Nokia-Sprecher zufolge d├╝rften nun von dem Stellenabbau weltweit die meisten L├Ąnder betroffen sein; ausgenommen lediglich Frankreich, wo bereits mehr als 1000 Arbeitspl├Ątze im vergangenen Jahr wegfielen. In Deutschland sind einem anderen Sprecher zufolge wohl rund 360 von den insgesamt 2.900 Mitarbeitern betroffen. Standortschlie├čungen solle es nicht geben.

"Das Sparprogramm ist gr├Â├čer als erwartet, aber was interessant ist, ist, dass es nicht zu niedrigeren Ausgaben f├╝hrt", kommentierte Nordea-Analyst Sami Sarkamies. "Das Unternehmen verlagert den Fokus von den allgemeinen Kosten auf Forschung und Entwicklung, was in Zukunft zu Wachstum und besseren Margen f├╝hren d├╝rfte."

Industrie 4.0

Weltweit treiben Telekomkonzerne den Aufbau der Netze f├╝r den neuen Mobilfunkstandard 5G voran, der die Grundlage f├╝r Technologien wie die virtuelle Realit├Ąt und autonomes Fahren sowie f├╝r Campusnetze f├╝r die Industrie 4.0 legt. Nokia hatte Anfang Februar vor einem herausfordernden Jahr mit Gegenwind durch Marktanteilverluste und Preisverfall gewarnt. Zuletzt hatte vor allem der schwedische Konkurrent Ericsson von den Problemen des chinesischen Marktf├╝hrers Huawei profitiert und Nokia bei wichtigen 5G-Auftr├Ągen - vor allem auch in China - ausgestochen.

Lundmark, der im Sommer das Ruder bei Nokia ├╝bernommen hatte, verpasste dem Konzern eine neue Organisationsstruktur und verkleinerte in diesem Zusammenhang auch die F├╝hrungsriege. Die Finnen verabschieden sich damit auch von ihrem ganzheitlichen Ansatz und bilden erstmals vier Gesch├Ąftseinheiten. Auf dem Kapitalmarkttag am Donnerstag will Lundmark seine langfristige Strategie vorstellen wie auch die Finanzziele.

ein ActiveCampaign Newsletter Widget Platzhalter.

Wir w├╝rden hier gerne ein ActiveCampaign Newsletter Widget zeigen. Leider haben Sie uns hierf├╝r keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte ActiveCampaign, LLC zu.

Jederzeit und ├╝berall top-informiert

Uneingeschr├Ąnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare