NÖM stellt Produktion und Struktur der Eigentümer um

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Foto: KURIER/Martin Gnedt NÖM produziert als erste Molkerei im Land<br />
CO2-neutral

Weniger CO2 soll einen Wettbewerbsvorteil am Markt bringen

Die NÖM, nach der Berglandmilch die zweitgrößte Molkerei im Land, könnte schon Anfang nächsten Jahres einen neuen Eigentümer haben. "Ich halte das für realistisch", sagt Leopold Gruber-Doberer, Geschäftsführer der Milchgenossenschaft Niederösterreich (MGN) zur APA. Schon jetzt hält die MGN 25 Prozent. Wie berichtet, verhandelt sie mit dem Haupteigentümer Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien über die Übernahme der restlichen 75 Prozent. NÖM-Vorstand Josef Simon bezeichnet die Übernahmepläne als "eine logische Weiterentwicklung" und "einen guten Weg in eine gemeinsame Zukunft".

Am Produktionsstandort Baden würde sich nichts ändern, da die NÖM weiterhin eine AG bleiben soll, die für die Verarbeitung und Vermarktung der Milch verantwortlich ist.

Seit dieser Woche steckt sich die NÖM selbst das Abzeichen "erste CO2-neutrale Molkerei" Österreichs an. Durch nachhaltige Technologien und mehr Energieeffizienz sei der CO2-Fußabdruck von 24.000 Tonnen im Jahr 2008 auf aktuell 3277 Tonnen gesunken. Vorstandssprecher Alfred Berger geht davon aus, dass er sich so auch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis CO2-neutrale Standorte in der Produktion von Handelsmarken zum Thema werden." Die Produktion von Eigenmarken für Händler sowie die Abfüllung für Markenartikelhersteller machen einen großen Teil des NÖM-Umsatzes – zuletzt 362 Millionen Euro – aus. In Österreich gehen etwa 40 Prozent der Molkereiprodukte unter den Eigenlabels der Händler über die Ladentheke.

Hoher Exportanteil

NÖM macht 45 Prozent des Geschäfts außerhalb der Landesgrenzen, viel davon mit der Abfüllung für Markenhersteller und Handelshäuser. So ist die NÖM laut eigenen Angaben europaweit Marktführer in der Abfüllung von Trinkjoghurts und füllt auch für Konzerne wie Nestlé (Nesquik) oder FrieslandCampina (Landliebe) ab.

Derzeit verarbeitet der Molkerei-Konzern rund 380 Millionen Kilo Rohmilch im Jahr, die von mehr als 3000 Bauern angeliefert werden. Das entspricht etwa einem Drittel der Produktionsmenge der Berglandmilch.

(kurier) Erstellt am
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