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Wirtschaft
10/11/2019

Neuer Vorstoß im Ringen um Abfertigung am Flughafen

Der deutsche Anbieter Wisag ist auf der Liste des Verkehrsministeriums zwar nur auf Platz 5 gereiht, würde aber alle 450 Mitarbeiter der Dienstleistungsfirma Celebi übernehmen.

von Irmgard Kischko

Die Betriebsversammlung der 450 Mitarbeiter der Flugzeug-Abfertigung am Vienna International Airport am Donnerstag hat umgehend zu Reaktionen geführt. Der deutsche Anbieter Wisag, der schon am Flughafen Frankfurt einen Teil der Bodendienstleistungen durchführt, bietet an, alle Beschäftigten in Wien zu übernehmen, wenn er den Zuschlag bekäme. Wisag ist auf der Liste des Verkehrsministeriums nur auf Rang fünf gereiht. Erstplatzierter ist, wie berichtet, die Schweizer AAS (Airline Assisance Switzerland) vor Skisport und der spanischen Gesellschaft Acciona.

Garantie

Michael Richter, Geschäftführer von Wisag, betont im Gespräch mit dem KURIER, dass das Unternehmen nicht nur eine Weiterbeschäftigung aller 450 Mitarbeiter der derzeitigen Dienstleistungsfirma Celebi, deren Lizenz zu Jahresende ausläuft, garantiere, sondern auch die aktuellen Tarifverträge der Mitarbeiter übernehme. "Wir haben schon am Flughafen Frankfurt gezeigt, dass wir das können“, betont Richter.

Die Wisag hat in Frankfurt per 1. Februar 2018 die Bodenabfertigung von der spanischen Acciona übernommen. Und damit sämtliche Mitarbeiter mit deren Tarifverträgen weiter beschäftigt. Auch die Geräte und Maschinen wurden Acciona abgekauft. "Ich habe den Vertrag Ende 2017 unterschrieben und einen Monat später hat Wisag schon sämtliche Dienstleistungen der Bodenabfertigung am Frankfurter Flughafen durchgeführt“, betont Richter.

Bedingungen für Mitarbeiter

Der Wisag-Chef ist überzeugt, dass die Ausschreibung des Ministeriums für die Boden-Abfertigung angefochten wird. Der Betriebsrätin von Celebi, Alexandra Bobnjevic, gibt er in einem Kritikpunkt recht: "Die Ausschreibung hat keinen Bedingungen für die Mitarbeiter enthalten.“

Die 450 Mitarbeiter von Celebi, die nicht wissen, ob sie im Jänner überhaupt noch einen Arbeitsplatz haben, sind daher zu weiteren Protesten bereit. Sollte das Ministerium die Ausschreibung nicht wiederholen, wollen sie nächste Woche eine Protestversammlung abhalten. Flugausfälle in größerer Anzahl als diesen Donnerstag sind also absehbar.