Fluglotsen warten dringend auf neuen Chef

© Oliver Gast

wirtschaft von innen
12/21/2021

Neuer Chef der Flugsicherung Austro Control im verspäteten Landeanflug

Wichtige Verkehrssektion von Klima-Ministerin Gewessler auch noch nicht nachbesetzt

von Andrea Hodoschek

Das wird knapp. In der heimischen Luftfahrtbranche wundert man sich, warum der für den Flugbetrieb zuständige Geschäftsführer der staatlichen Austro Control immer noch nicht bestellt ist. Mit Jahresende läuft der Vertrag von Axel Schwarz ab. Seit Monaten ist klar, dass der vom vormaligen FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer bestellte Manager nicht verlängert wird.Die auch für die Luftfahrt zuständige grüne Klima-Ministerin Leonore Gewessler lässt sich mit ihren Personalentscheidungen grundsätzlich gerne etwas Zeit. Die Bewerbungsfrist endete bereits am 18. Oktober. Der Vertrag mit der kaufmännischen Geschäftsführerin Valerie Hackl wurde schon im Herbst bis Ende 2023 verlängert.

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Die Top-Managerin ist fachlich unbestritten.

Für die von heftigen internen Turbulenzen gebeutete Flugsicherung (der KURIER berichtete) hat jedoch der Betriebs-Geschäftsführer oberste Priorität. Hackl ist nur für rund 300 Mitarbeiter zuständig, 800 Beschäftigte gehören zum Betriebs-Chef. In privaten Unternehmen wäre es ein Unding, wenn zehn Tage vor Ablauf die Nachfolge des fürs Unternehmen wesentlichen Vorstands noch nicht geregelt ist. Die Hearings fanden erst am Mittwoch, 21. Dezember,  statt.

Die Nachfrage nach dem Job ist groß. „Das umfangreiche Verfahren zur Nachbesetzung läuft aktuell. Nach der öffentlichen Ausschreibung gibt es nun ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren mit externer Unterstützung. Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Wochen ein Ergebnis vorliegt“, heißt es dazu aus dem Ministerium.

Gute Chancen werden Philipp Piber attestiert. Der ehemalige Mitarbeiter von Ex-SPÖ-Verkehrsminister Jörg Leichtfried leitete das Drone Competence Center und ist derzeit für den behördlichen Bereich der Flugsicherung zuständig.

Größte Sektion auch noch offen

In den Aufsichtsrat der Austro Control setzte Gewessler statt der Waffenindustriellen-Gattin Kathrin Glock die Bau-Managerin Judith Engel. Sie wird mit 1. Jänner 2022 als Vorständin in die ÖBB-Infrastruktur AG gehen, einen der großen Teilkonzerne der Staatsbahn.

Auch hier hat Gewessler dringenden Handlungsbedarf. Engel ist derzeit noch Chefin der Sektion IV im Klimaministerium. Die Verkehrssektion ist das budgetmäßig größte Ressort. Dort sind die Kompetenzen für Bahn, Straße, Luft- und Schifffahrt sowie Infrastruktur gebündelt.

In den nächsten Tagen soll Gewessler, hört man, die Nachfolgerin bestellen. Geht sich gerade noch aus. Engel, der die Meisterleistung gelang, den Hauptbahnhof ohne Zeit- und Budgetüberschreitung hinzustellen, war nur ein Jahr im Ministerium. War offenbar von Anfang an als Übergangslösung gedacht, bis der attraktive ÖBB-Job frei wird.

 

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