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wirtschaft von innen
02/17/2021

Flugsicherung Austro Control fliegt das Budget davon

Corona: Höherer Verlust für 2021, Sanierungskurs muss verschärft werden, Dirimierungsrecht für Geschäftsführerin Hackl

von Andrea Hodoschek

Das Loch, das die Corona-Krise ins Budget der staatlichen Flugsicherung reißt, wird wesentlich größer als geplant. Ursprünglich kalkulierte die Austro Control (ACG) für 2021 mit einem Verkehrsaufkommen von 50 Prozent der Flugbewegungen vor Corona. Aus heutiger Sicht zu optimistisch. Das Chaos beim Impfen sowie der ständig verlängerte Lockdown waren nicht absehbar.

Im Jänner war der Flugverkehr deutlich schwächer als vorab geschätzt, die 50 Prozent werden für das Gesamtjahr nicht mehr zu halten sein. Wie man aus Aufsichtsratskreisen hört, werde der Verlust für 2021 „deutlich“ höher liegen als die budgetierten 20 Millionen. Das Minus dürfte sich vielmehr in Richtung des Vorjahresverlustes von 70 Millionen Euro bewegen.

Die im Vorjahr vom Rechnungshof heftig kritisierte ACG hob 2020 Einsparungen von 80 Millionen. Die Einnahmen waren Corona-bedingt um 140 Millionen Euro eingebrochen.

Jetzt geht es allerdings ans Eingemachte. Die Einsparungen und Restrukturierungen müssten nachhaltig und langfristig sein. Im Strategiekonzept „Heading 030“ ist die rasche Umsetzung der (wiederholten) Rechnungshof-Empfehlungen vorgesehen. So soll das Gehaltsniveau für die technischen und administrativen Mitarbeiter, das um 30 bis 40 Prozent über den vergleichbaren Einkommen im Bundesdienst liegt, gesenkt werden.

Für die rund 400 Fluglotsen soll die Altersgrenze für die Übergangsversorgung in Richtung 60. Lebensjahr gehoben werden. Derzeit zahlt das Unternehmen den Lotsen ab 55 einen Pensionsübergang von bis zu 75 Prozent des letzten Bruttogehaltes.

Dirimierungsrecht

Die Überstunden-Zahl bei den Lotsen soll eingebremst und die hohe Drop-out-Quote von fast 40 Prozent bei der dreijährigen Ausbildung der Nachwuchslotsen gesenkt werden.

Um den Sparkurs zu beschleunigen, beschloss der Aufsichtsrat nun, ACG-Geschäftsführerin Valerie Hackl das Dirimierungsrecht zu erteilen. Hackls Kollege Andreas Schwarz (der Nicht-Fluglehrer von Ex-Verkehrsminister und FPÖ-Chef Norbert Hofer), soll zwar ein ausgezeichneter Experte sein, aber nicht so sehr die Durchsetzungskraft für ein hartes Sparpaket haben. Beide Geschäftsführer-Verträge laufen Ende 2021 aus. Wie der KURIER bereits berichtete, dürfte nur die ehemalige ÖBB-Managerin Hackl verlängert werden. Das Dirimierungsrecht ist ein Indiz in diese Richtung.

„Wir werden die Krise auch weiterhin aus eigener Kraft bewältigen und arbeiten weiterhin am Stabilisierungskurs. Die Mitarbeiter haben in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie bereit sind, ihren Teil beizutragen“, zeigt sich Hackl zuversichtlich. Im Gegensatz zu AUA und ÖBB beantragte die ACG außer einigen Monaten Kurzarbeit keine Staatshilfe.

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