Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny

© REUTERS/HEINZ-PETER BADER

kv-verhandlungen
09/23/2018

5 Prozent plus: Nationalbank-Gouverneur bestärkt Metaller

Forderung von 5 Prozent mehr Lohn für Ewald Nowotny "nicht besonders überschießend". Sorge wegen Überhitzung der Aktienmärkte.

5-Prozent-Forderung. Als Notenbanker gebe er grundsätzlich keinen Kommentar zu Lohnverhandlungen ab, sagte Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny am Sonntag in der ORF-Pressestunde. Um es dann kurze Zeit später doch zu tun. Die von der Metallergewerkschaft erhobene Forderung nach einer Lohn- und Gehaltserhöhung um 5 Prozent bezeichnete Nowotny als „nicht besonders überschießend“. Das Wachstum liege heuer bei ungefähr 3 Prozent und die Inflation bei etwa 2 Prozent, das ergebe ein nominelles Wachstum von rund 5 Prozent, erklärte Nowotny.

In den vergangenen Jahren seien die Lohnerhöhungen „ziemlich zurückhaltend“ gewesen. Die Lohnpolitik sei zwar immer sozialpartnerschaftlich im Generalrat der Nationalbank diskutiert worden, merkte Nowotny an, da aber keine Arbeitnehmer-Vertreter mehr im Gremium vertreten seien, finde das jetzt nicht mehr statt.

Raschere Zinswende

Überraschend deutlich äußerte sich Nowotny zur europäischen Geldpolitik. „Ich glaube, wir sind derzeit in einer wirklich sehr guten Wirtschaftslage. Die Geldpolitik entspricht aber eigentlich immer noch dem Krisenmodus“, plädierte der Notenbanker für eine raschere Normalisierung als derzeit von der EZB geplant ist. Diese will wie angekündigt erst Ende des Jahres die Anleihenankäufe einstellen und in der Folge im kommenden Jahr die Zinsen anheben.

Mit Sorge blickt Nowotny auf die Entwicklung der Aktien- und Immobilienmärkte ohne das Wort „Blase“ in den Mund zu nehmen. „Wir haben jetzt Kurs-Gewinn-Verhältnisse, die ungefähr denen entsprechen, die wir vor der Krise hatten“, gibt er zu Bedenken und fügt hinzu: „Ich halte das für eine eher gefährliche Entwicklung, speziell, wenn das kreditgetriebene Käufe sind.“

Allerdings sei ein Crash wie vor zehn Jahren heute "in dieser Form nicht" möglich, glaubt Nowotny. Man habe aus der Krise gelernt und mit Regulierungen reagiert. Vor allem werde heute von den Banken mehr Eigenkapital verlangt. "In Österreich etwa hat sich seit 2008 die Kernkapitalquote der Banken mehr als verdoppelt."

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