Wirtschaft
28.03.2017

Moxy-Hotel geht in Wien Schwechat an den Start

Marriott will mit Moxy den Budget-Markt aufrollen. Bis 2020 soll es weltweit 140 solcher Häuser geben.

Ritz Carlton, St. Regis, Sheraton, Renaissance-Hotels oder Le Meridien – zur US-amerikanischen Hotelgruppe Marriott gehören um die 30 Hotelmarken, die meisten davon im Luxussegment angesiedelt. Das soll sich nun ändern. Der mit mehr als einer Million Gästezimmern größte Hotelkonzern der Welt drängt in den Budget-Bereich. Mit seiner neuen Marke Moxy.

Das bisher größte Haus diesen Formats geht diese Woche wenige Schritte vom Flughafen Wien Schwechat entfernt in Vollbetrieb – mit mehr als 400 Zimmern. In den nächsten Jahren soll es Schlag auf Schlag gehen. "Heuer eröffnen wir noch acht Moxys, bis Ende nächsten Jahres 65 und bis 2020 140 Hotels mit insgesamt 22.000 Zimmern", kündigt der hochrangige Marriott-Manager Morten Skumsrud im KURIER-Gespräch an. Derzeit gibt es gerade einmal sieben Moxys.

Das Wort "Ikea-Hotel" hört Skumsrud gar nicht gern, auch wenn sein neues Budget-Format in den Medien gern so bezeichnet wird. Der Hintergrund: Die Häuser werden vom niederländischen Immobilieninvestor Vastint Hospitality errichtet, bei dem wiederum Ikea mit seinem Immobilien-Arm investiert ist. Vastint übernimmt also die Immobilie und Marriott den Betrieb des Hauses – mehr oder weniger ausschließlich mit Franchisenehmern. Ein für dem größten Hotel-Konzern der Welt altbewährtes Business-Model. Skumsrund: "Wir haben viele Franchisenehmer, die mehrere Häuser unter unseren Marken führen – oft unter verschiedenen Marken."

Dass die Marriott-Manager plötzlich Gefallen an Hotels im unteren Preissegment finden, ist kein Zufall. Dort lässt sich mehr Geld verdienen als in der Luxushotellerie. Das liegt an der Kostenstruktur: Wer auf den Pool am Dach, das Restaurant mit Haubenküche und einen Wellnessbereich verzichtet und zudem die Zimmer stylisch, aber einfach einrichtet, spart Kosten. Im Budget-Segment sind acht bis zwölf Prozent Rendite von der investierten Summe zu holen, im Luxussegment bestenfalls vier Prozent bis gar nichts, sagen Experten wie Motel-One-Gründer Müller.

Aus Sicht von Skumsrud gibt es in der Preisklasse noch viel Platz. "Schon vor fünf Jahren waren 40 Prozent der Hotels in diesem Segment angesiedelt, aber zwei Drittel davon waren nicht gebranded." Anders formuliert: Sie waren Einzelspieler, die nicht unter der Vertriebs- und Marketingmaschinerie eines Konzerns gelaufen sind.

100.000 Betten im Bau

Durch die internationale Hotellerie-Szene rollt derzeit eine Konsolidierungswelle. Im Vorjahr hat Marriott die Starwood-Gruppe um 12 Milliarden Dollar übernommen. Skumsrud: "Marriott war bisher auf den US-Markt fokussiert, Starwood in Asien und Europa stärker vertreten – es gibt viele Synergien zu heben." Das heißt nicht, dass das Expansionstempo gedrosselt wird. "Allein in Europa haben wir 20.000 Gästebetten in der Pipeline."