Finanzspritze für Gerry Weber

© APA/dpa/Oliver Berg / Oliver Berg

Wirtschaft
04/09/2020

Modehaus Gerry Weber: Corona-Krise ist existenzbedrohend

Laut dem deutschen Unternehmen sind Verhandlungen über zusätzliches Geld in Gefahr.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind für den gerade erst aus dem Insolvenzverfahren entlassenen deutschen Modehersteller Gerry Weber nach Einschätzung der Unternehmensführung existenzbedrohend.

Tiefgreifende Folgen

Eine der größten Gefahren sei, dass die begonnenen Verhandlungen über ein zusätzliches Finanzierungsvolumen in zweistelliger Millionenhöhe für das angeschlagene Unternehmen nicht zu einem positiven Abschluss gelangen könnten, sagte Gerry-Weber-Vorstand Florian Frank am Donnerstag.

"Bis Mitte März 2020 waren wir auf gutem Weg, unseren Auftritt und unsere Leistung im Markt künftig weiter zu verbessern", sagte Frank. "Dann erreichten uns mit aller Wucht der Ausbruch der Corona-Krise und die tief greifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen daraus." In den vergangenen Wochen habe der Konzern bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um sein Überleben zu sichern.

Entlastung bei Miete

Für den Großteil der Mitarbeiter wurde Kurzarbeit beantragt und in Kraft gesetzt. Außerdem verhandelt das Unternehmen mit allen Vermietern über Entlastungen bei den Mietkosten. Mit den Lieferanten wurden Preisreduzierungen und Stornierungen verhandelt und zum Teil bereits vereinbart. Darüber hinaus wurde die Zukunftsplanung überarbeitet.

"Der Vorstand ist zum aktuellen Zeitpunkt davon überzeugt, dass dieses neue Zukunftskonzept dafür sorgen wird, die Geschäftstätigkeit von Gerry Weber bis in das Jahr 2021 hinein zu sichern", teilte das Unternehmen mit. Der Modehersteller erwartet, dass sich die Umsätze im Kernmarkt Deutschland auch nach der für Anfang Mai erhofften Wiedereröffnung der Läden nur schrittweise erholen werden. Gerry Weber reduzierte deshalb seine Umsatzerwartungen für das laufende Jahr von ursprünglich 370 bis 390 Mio. Euro auf nur noch 260 bis 280 Mio. Euro - ein Minus von fast 30 Prozent.

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