Tarife ab 5 Euro: Kampfansage an Handy-Diskonter
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Zusammenfassung
- Hutchison bringt mit der neuen Marke Hörbi günstige Mobilfunktarife ab 5 Euro auf den österreichischen Markt.
- Der 5-Euro-Tarif bietet 60 GB Daten, unlimitierte Minuten und SMS in Österreich sowie 16 GB EU-Roaming; 5G gibt es ab 7,50 Euro mit 200 GB.
- Hörbi orientiert sich am dänischen Vorbild Oister und unterbietet mit seinen 5G-Tarifen aktuell die Konkurrenz deutlich.
Der Marktanteil von Diskontern ist in den vergangenen Jahren am heimischen Mobilfunkmarkt stark gewachsen. Mittlerweile beträgt er mehr als 18 Prozent. Eine neue Submarke des drittgrößten Netzbetreibers Drei könnte für zusätzliche Dynamik am Markt sorgen.
Hörbi bietet Handytarife ab knapp fünf Euro für 30 Tage an. Sie umfassen immerhin 60 GB an Daten und 50 Gesprächsminuten. Ein 5G-Tarif ist um rund 7,50 Euro pro 30 Tage zu haben (200 GB Daten, 150 Minuten) und damit fast doppelt so günstig wie vergleichbare Angebote der Konkurrenz. Erhältlich ist der Tarif über eine eigene App, mit E-Sim oder klassischer Sim-Karte.
Bei der Präsentation von Hörbi - sie wurde von einem animierten Vogel per Videocall gehalten - war auch von einer Fixpreisgarantie die Rede. Jährliche Preiserhöhungen oder Wertanpassungen werde es keine geben. Auch Servicepauschale oder Mindestvertragslaufzeit sind nicht vorgesehen. Jeweils fünf Tage vor Verlängerung könne gekündigt werden, wurde angekündigt. Die neuen Tarife seien deutlich günstiger als andere Angebote, bestätigt man aus der Preisvergleichsplattform durchblicker dem KURIER auf Anfrage.
Skepsis in der Branche
In der Branche zeigt man sich über den Vorstoß skeptisch. Michael Krammer, Chef des mit einem Marktanteil von rund 10 Prozent größten Diskonters Ventocom (HoT) spricht von einem „nächsten verzweifelten Versuch“ von Drei, erfolgreich zu sein. „Irgendwann werden die Preise wieder erhöht werden“, sagt Krammer. Die Rede ist auch von einem „Lockangebot“. Drei-Kunden, die in regulären Tarifen heute wesentlich mehr bezahlen, würden gut daran tun, zu dem weit günstigeren Tarif im selben Netz zu wechseln. „Alles gleich nur billiger“, sagt Krammer: „Strategisch durchdacht scheint mir das nicht zu sein.“
Drei hat bereits 2024 mit seiner Marke Up einen Fünf-Euro-Tarif, der 50 GB an Daten umfasste, angeboten und für Aufsehen gesorgt. Mittlerweile kostet der günstigste Up-Tarif knapp sieben Euro und beinhaltet nur noch 10 GB an Daten. Bei Drei spricht man rückblickend von einer „Promotionaktion“.
Aus der Branche heißt es wenig einfühlsam, dass das damalige Angebot ein „Rohrkrepierer“ gewesen sei, kaum neue Kunden angelockt habe und deshalb ausgelaufen sei. Bei Drei verweist man auf neue Tarifaktionen, etwa die im vergangenen Sommer ausgerufene „Handyfreiheit“.
Nicht unter Zugzwang
Andere Diskonter sehen sich durch den Vorstoß nicht unter Zugzwang. Beobachter gehen davon aus, dass erst einmal abgewartet wird, ob und wie ein solches Angebot angenommen wird.
Ventocom-Chef Krammer will jedenfalls nicht nachziehen und geht auch nicht davon aus, dass andere Anbieter das tun werden: „Wenn weiter eine hohe Netzqualität haben will, wird sich das mit solchen Preisen nicht ausgehen.“ Beim zweitgrößten heimischen Diskonter Spusu wollte man die neue Drei-Billigmarke auf KURIER-Anfrage nicht kommentieren.
Vorbild aus Dänemark
Vorbild für Hörbi ist die dänische Hutchison-Submarke Oister, die preisbewusste Kunden ansprechen soll. Ein 5G-Tarif mit 70 GB Daten kostet bei Oister regulär knapp 15 Euro monatlich. In Statistiken scheint die Marke in der Kategorie „Andere“ mit unter fünf Prozent Marktanteil auf oder wird Drei zugerechnet.
Post in den Startlöchern
In Österreich steht bereits der nächste Mobilfunkdiskonter in den Startlöchern. Anfang April will die Post ihre bereits seit längerem angekündigte Billigmarke Yelllow starten.
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