Eigener Gmundner-Keramik-Shop zur Markenpflege: Seit Herbst auch in Wien

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Gmundner Keramik
03/03/2016

Mit Hirsch gegen China-Konkurrenz

Im Geschirrmarkt tobt ein Preiskampf. Gmunder will weg vom Oma-Image – und legt beim Umsatz zu.

von Simone Hoepke

Die goldenen Zeiten für teures Tafelgeschirr sind vorbei. Es gibt immer mehr Singles, die darauf schlicht keinen Wert legen. Und auch jene, die heiraten, pfeifen oft auf eine traditionelle Hochzeitsliste zur Ausstattung das Hausrates. Aus Sicht der Geschirrproduzenten ein einziger Scherbenhaufen.

"Der Markt ist gesättigt und preislich unter Druck", redet Jakob von Wolff die Situation erst gar nicht schön. Er hat 2012 die Geschäftsführung der angeschlagenen Gmundner Keramik übernommen. Seitdem gibt es weniger Auswahl, dafür neue Designs. Preislich kann Gmundner nicht mit China-Importen mithalten. Teller von Gmundner kosten mit 20 bis 30 Euro vier bis fünf Mal so viel wie ein Modell aus dem schwedischen Möbelhaus. Im High-End-Segment spielt Gmundner auch nicht mit – wer richtig in Geschirr investieren will, kauft edles Augarten-Porzellan.

Gmundner ist im Vorjahr dennoch gewachsen, betont Wolff, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Die Umsätze würden sich mit einem Plus von acht Prozent in Richtung zehn Millionen Euro bewegen. "Ob wir heuer noch einmal so ein Plus schaffen, ist nicht sicher." In den nächsten fünf Jahren sehen Marktforscher für den deutschsprachigen Raum ein Branchenwachstum von nur 0,7 Prozent. Der Markt dümpelt vor sich hin. Billigware aus China drückt das Preisniveau und damit den gesamten Branchenumsatz.

Standort Gmunden

Gmundner Keramik wird ausschließlich am Standort Gmunden hergestellt – in Handarbeit. "Wenn wir mehr Umsatz machen, brauchen wir auch mehr Mitarbeiter", so Wolff. Derzeit beschäftigt Gmundner 135 Mitarbeiter, davon 90 in der Fertigung. Wichtigste Abnehmer sind die Österreicher und Deutschen. Laut Wolff sind sie nach wie vor in Kauflaune. Zu seinen Kunden würde der Geldadel aus Deutschland genauso gehören wie der Mittelstand vom Land und der Wiener, der sein Landhaus einrichtet, sagt er.

Die alten Designs, mit dicken grünen Strichen, können aber viele nicht mehr sehen. Hirsch- und Skifahrer-Editionen sollen neuen Schwung bringen. Um mit neue Linien in die Köpfe der Kunden zu kommen, hat Gmundner im Herbst auch ein Geschäft in der Wiener Innenstadt eröffnet. Aus vielen Möbelgeschäften, die mehr auf Billigware setzen, ist Gmundner Keramik im Laufe der Jahre verschwunden.

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