Millionenpleite eines bekannten Geflügelhofs

Millionenpleite eines bekannten Geflügelhofs
58 Mitarbeiter und 88 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen.

„So habe sich die COVID-19-Pandemie und die Ukraine-Krise zunehmend negativ auf das Unternehmen ausgewirkt. Die dadurch ausgelösten Preissteigerungen seien aufgrund verzögerter Preisanpassungen bei den Handelsketten nicht im vollen Umfang ausgeglichen worden. Infolge der Umstellung der Logistik von Filial- auf Zentralbelieferung der Handelsketten sei es auch dazu gekommen, dass der Markt nunmehr größtenteils ausschließlich Filetstücke verlangt. Dies hatte zur Konsequenz, dass Keulenartikel nicht verkaufbar waren. 

Durch den Wegfall des Exports als Tiefkühlware in Länder wie Rumänien, Bosnien oder Tschechien sei nur ein eingeschränkter Abnehmerkreis für die Keulenartikel gefunden worden, sodass eine entsprechende Abwertung vorgenommen werden musste“, heißt es vom AKV.  „Als Hauptinsolvenzursache wird jedoch angegeben, dass eine Großhandelskette nach Jahrzehnten die Geschäftsbeziehung überraschend aufgrund der starken Preiskonkurrenz aufgekündigt hat. Zuletzt hatte man die Hoffnung diesen Umsatzausfall durch die Belieferung einer anderen Handelskette ausgleichen zu können, jedoch sei es auch diesbezüglich unerwartet zu einer Absage gekommen.“

Familiengeführtes Unternehmen

Die Rede ist von der Geflügelhof Reicher GmbH mit Sitz in Kapfenstein. Laut AKV und Creditreform sind 58 Mitarbeiter und 88 Gläubiger von der Insolvenz betroffen.

„Die Geflügelhof Reicher GmbH wurde im Jahr 1989 gegründet. Es handelt sich um ein familiengeführtes Unternehmen, welches seit Jahrzehnten erfolgreich mit der Verarbeitung und dem Handel von Geflügelware beschäftigt ist“, heißt es weiter. „Unternehmensgegenstand ist die Verarbeitung, Verpackung und der Handel von/mit Geflügelprodukten. Das Fleisch wird von zwei unterschiedlichen Schlachthöfen bezogen und die Ware wird in weiterer Folge an diverse Handelsketten, Fleischerei- und Gastronomiebetriebe sowie Grill- und Marktstände geliefert."

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten betragen 5,13 Millionen Euro, davon entfallen 1,59 Millionen Euro auf Lieferanten, 1,55 Millionen Euro auf Banken, 1,5 Millionen Euro auf Rückstellungen und 100.000 Euro auf offene Löhne und Gehälter. Die Aktiva werden mit 2,43 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 993.000 Euro auf das Anlagevermögen und 1,43 Millionen Euro auf das Umlaufvermögen. 

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