Wohnen wird teurer: Mieten ziehen weiter an
In Miete steigen die Kosten mehr an als im Eigentum
Zusammenfassung
- Die Mieten in Österreich stiegen im ersten Quartal auf durchschnittlich 10,5 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten, um 4,8 Prozent mehr als vor einem Jahr.
- Die Monatsmiete für eine Durchschnittswohnung erhöhte sich im Jahresabstand von 663,8 auf 695,1 Euro, wobei laut Statistik Austria vor allem die Nettomieten zulegten.
- Das Momentum Institut fordert einen wirksameren Mietpreisdeckel und verweist darauf, dass 2025 bereits 26,2 Prozent der Menschen in Mietwohnungen armutsgefährdet waren.
Wohnen hat sich heuer im ersten Quartal stark weiter verteuert. Die Miete inklusive Betriebskosten lag im österreichweiten Schnitt bei 10,5 Euro pro Quadratmeter, wie die Statistik Austria am Donnerstag bekanntgab. Das war um 4,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und um 1,1 Prozent mehr als im vierten Quartal 2025.
Die Monatsmiete für eine Durchschnittswohnung stieg den Angaben zufolge im Jahresabstand von 663,8 auf 695,1 Euro. Die Nettomieten legten heuer in den ersten drei Monaten gegenüber dem ersten Quartal 2025 von 502 auf 523,9 Euro zu, die Betriebskosten erhöhten sich von 2,5 auf 2,6 Euro pro Quadratmeter.
Kosten variieren je nach Mietsegment, Region und Mietdauer
Im Vergleich zum Vorquartal sei der Anstieg hauptsächlich auf den Anstieg der Nettomiete zurückzuführen, "während die Betriebskosten nur geringfügig zugelegt haben", sagte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk.
Die vorliegenden Daten sind Durchschnittswerte. Die tatsächliche Höhe der Monatsmieten inklusive Betriebskosten hänge vor allem von Mietsegment, Region, Wohnungsgröße und Mietdauer ab. Die publizierten Mietkosten der Statistik Austria sind hochgerechnet auf 1,8 Millionen Hauptmietwohnungen in Österreich.
Das gewerkschaftsnahe Momentum Institut plädiert für einen "wirksameren Mietpreisdeckel", mehr leistbaren Wohnraum und einen besseren Schutz von Mietenden. 2025 seien 26,2 Prozent der Menschen in Mietwohnungen armutsgefährdet gewesen - mehr als jede vierte mietende Person. "2019 waren es noch 20,6 Prozent", teilte das Institut am Donnerstag mit.
Die Armutsgefährdung nach Sozialleistungen von Mieterinnen und Mietern habe im abgelaufenen Jahr "einen neuen Höchststand erreicht". Diese Zahlen bedeuteten nicht, "dass die Wohnform allein Armut verursacht", machten aber deutlich, wie sehr "Menschen mit niedrigen Einkommen auf einen funktionierenden und leistbaren Mietmarkt angewiesen sind".
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