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Mehrwertsteuersenkung: Kassenbon sorgt für Probleme

Einige tausend Kassen benötigen Systemwechsel wegen neuem Steuersatz. Termine bei den Herstellern werden knapp.
Ein Kassenbon mit ausgewiesener Mehrwertsteuer und Endsumme.

Am Donnerstag wird die Mehrwertsteuersenkung von 10 auf 4,9 Prozent auf bestimmte Nahrungsmittel im Parlament beschlossen. Das Gesetz soll am 1. Juli in Kraft treten. Bis dahin müssen auch viele Registrierkassen entsprechend umgerüstet sein, was in der Praxis aber für viele Probleme sorgt.

Ob diese in so kurzer Zeit behoben werden können, wird sowohl von Händlern als auch von IT-Experten bezweifelt. „Viele Betroffene werden den Kassenhersteller brauchen, und da wird es mit den Terminen sicherlich knapp“, berichtet Markus Knasmüller, Geschäftsführer von BMD Systemhaus in Linz.

Kassenbon muss angepasst werden

Durch den neuen, unrunden Steuersatz 4,9 Prozent bedarf es nämlich auch einer Anpassung von Formularen wie dem Kassenbon. „Wo bisher 20 Prozent stand, muss wohl jetzt 20,0 stehen, damit es optisch schön aussieht“, erläutert Knasmüller.

Tausende Kassen benötigen Systemwechsel

Laut einer Umfrage im Auftrag des Fachverbandes Unternehmensberatung/IT müssen 41 Prozent aller KundeKunden von Kassenherstellern ihre Systeme anpassen. Jene Kassen, die technisch auf nur vier Steuersätze limitiert sind, würden einen Systemwechsel benötigen. Laut den Herstellern sind einige tausend solcher Kassen im Einsatz. 

Weiters bedarf es etwa Artikelneuanlagen, Umbuchungen bei Bestand und Lagerhaltung sowie der richtigen Zuordnung der Codes. Vor allem in Bäckereien und Konditoreien sorgen diverse Abgrenzungsprobleme bei bestimmten Nahrungsmitteln nach wie vor für Kopfzerbrechen.

BMD Systemhaus mit mehr als 100 Mio. Euro Umsatz

Der Business-Software-Hersteller BMD mit Sitz in Steyr konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 103,5 Mio. Euro Umsatz erstmals die 100-Mio.-Euro-Marke überspringen. Der Gewinn nach Steuern liege im zweistelligen Mio.-Euro-Bereich, sagte Knasmüller am Montag in Linz. Die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte erfolgte im Jänner: die Übernahme einer Lohnsoftware in der Schweiz mit einem Kaufpreis von rund 5 Mio. Euro.

Mehr als 30.000 Kunden

1.500 Neukundinnen und -kunden wurden 2025/26 gewonnen, insgesamt zählt BMD mehr als 30.000 Unternehmen, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Österreich, Deutschland, Schweiz, Tschechien, Ungarn und der Slowakei zu seinen Kundschaften. Aktuell hat BMD 834 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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