Leder und Schuh baut kräftig um - und Personal ab.

© /Wolfgang Langenstrassen

Arbeitsmarkt
02/25/2016

Mehrere Leder & Schuh-Filialen sperren: 130 Jobs weg

Zwei Humanic-Standorte und drei oder vier Jello-Geschäfte werden geschlossen.

Die Grazer Schuhhandelsgruppe Leder & Schuh hat am Donnerstag bis zu 130 Mitarbeiter beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet, wie das Unternehmen Donnerstagnachmittag mitteilte. Erst vor einem Jahr hat der Konzern in der Zentrale bis zu 65 Leute zur Kündigung angemeldet.

"Nein, das wiederholt sich jetzt nicht mehr", sagte Leder & Schuh-Vorstand Werner Weber auf die Frage, ob ein weiterer Jobabbau ins Haus steht. "Wir sind jetzt mit unserer Struktur da, wo wir uns strategisch und wirtschaftlich behaupten können", so Weber. Man habe vorher auf zu vielen Hochzeiten getanzt, auf denen man aber nicht attraktiv vertreten war. "Leder & Schuh war ein Bauchladen an Vertriebslinien."

Konzentration auf Humanic und Shoe4You

Leder & Schuh stellt sich gerade neu auf. Erst im Jänner hat das Unternehmen all seine Shoe4You- und Jello-Standorte in Deutschland an den Schuhfilialist Kienast verkauft. In Österreich will sich die Kette nur noch auf Humanic und Shoe4You konzentrieren. Zahlreiche Stiefelkönig-Filialen werden gerade in Humanic-Standorte umgewandelt, aus Jello-Filialen sollen in den kommenden zwölf Monaten Shoe4You-Geschäfte werden.

Zwei Humanic-Standorte sowie drei oder vier Jello-Geschäfte werden Mitte des Jahres geschlossen - daher seien 65 Beschäftigte zur Kündigung angemeldet worden, erläuterte Weber. Die meisten davon werden zugemacht, weil sie nicht die gewünschten Ergebnisse abliefern. Die Humanic-Filiale in der Lugner City in Wien mache zu, weil der Mietvertrag nicht verlängert worden sei, so Weber.

Kündigungen in Zentrale

Die anderen 65 betroffenen Mitarbeiter müssen in der Zentrale gehen - teils wegen Doppelgleisigkeiten etwa im Einkauf, teils hänge das auch mit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts zusammen. Beschäftigte, die zuvor von Österreich aus für den Einkauf, Produkte oder die Buchhaltung in Deutschland zuständig waren, werden vom neuen Eigentümer Kienast nicht mehr benötigt.

In Deutschland ist die Gruppe nun nur noch mit der Linie Humanic vertreten. Darüber hinaus betreibt sie 86 Filialen in sieben CEE-Märkten. In Summe beschäftigt der Konzern rund 3.200 Mitarbeiter. In Österreich waren es per Ende 2015 1.765.

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