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Wirtschaft von innen
04/12/2014

Mehr Frauenpower unterm Giebelkreuz

Generalanwalt Rothensteiner kündigt Beirat an - Frauen-Anteil derzeit nur drei Prozent.

von Andrea Hodoschek

Der Raiffeisen-Sektor ist nicht gerade ein Vorreiter bei der Förderung von Frauen-Karrieren. Im Gegenteil. Die Riesen-Organisation hat immer noch das Image eines konservativen Macho-Vereines. Nicht zu Unrecht.

Das soll sich jetzt ändern. Wird auch höchste Zeit.Walter Rothensteiner (Bild), Generalanwalt des Raiffeisenverbandes, wartete als Gastgeber beim Karriere-Talk des Frauennetzwerkes Medien (Gast warEveline Steinberger-Kern, Ex-Siemens-Managerin und Chefin von green minds) mit einer hoffnungsvollen Botschaft auf. Der Chef derRaiffeisen Zentralbank (RZB)kündigte die Gründung eines Frauenbeirates an.

Im Management des Geldsektors haben es wenigstens einige Frauen nach oben geschafft. Doch auf der sogenannten "Primär-Ebene", den 1800 Genossenschaften, die die Basis des Giebelkreuz-Imperiums bilden, schaut’s ganz traurig aus. Unter den rund 18.000 Funktionären muss man die Frauen mit der Lupe suchen. Nur drei Prozent der Funktionärsposten sind weiblich besetzt.

Die Idee eines mit Funktionärinnen besetzten beratenden Beirats kam von Rothensteiner, der das Gremium auf dem Raiffeisentag im Sommer vorstellen will. Die Beirätinnen sollen nach dem Vorbild von Best-practice-Modellen Strategien entwickeln, wie künftig mehr Frauen in den Genossenschaften mitreden und -bestimmen können. Kein Debattier-Klub, sondern eine Institution, die konkrete Vorschläge präsentiert und sich um den weiblichen Nachwuchs für die teils überalterten Obmänner-Etagen kümmert.

Bis wann soll der Frauenanteil auf welchen Prozentsatz gehoben werden? "Nach oben offen. Es soll jedenfalls rasch gehen", hofft Generalsekretär Ferdinand Maier auf schnelle Erfolge. Da wird noch viel Bewusstseinsarbeit notwendig sein.

Die neuen Beirätinnen können sich sicherlich Rat bei den (wenigen) Vorzeigefrauen im Top-Management des Sektors holen. Etwa bei Silvia Harfmann, Vorstand der UNIQA Österreich, oder der Investment-Bankerin Eva Marchart, Chefin der Raiffeisen Centrobank. Susanne Höllinger leitet die Kathrein Privatbank. Veronika Haslinger hat es in die Geschäftsleitung der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien geschafft. Michaela Kepplinger-Mitterlehner, die Schwester des Wirtschaftsministers, ist Vize-Chefin der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Petra Pani sitzt im Vorstand der RLB Burgenland, und Friedrike Petznek-Stadelbauer hat es zur Geschäftsführerin der Raiffeisen-IT gebracht.

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