Rudolf Hundstorfer im Faktencheck

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Wirtschaft
05/01/2012

Mehr Ersatz-Jobs für Langzeitarbeitslose

Die Arbeitslosigkeit ist im April um 6,7 Prozent angestiegen - vor allem im Bau und im Tourismus verloren viele ihren Job.

von Anita Staudacher

Trotz Rekordbeschäftigung ist im April die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr erneut leicht angestiegen. Vor allem im Tourismus (Saisonende) und am Bau verloren überdurchschnittlich viele ihren Arbeitsplatz. In Summe waren Ende April inklusive Schulungsteilnehmer 321.817 Personen beim AMS als arbeitslos gemeldet, ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber April 2011. Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer erklärt den neuerlichen Anstieg mit der schwachen Wirtschaftsentwicklung in Europa: „Wenn Österreichs zweitwichtigster Handelspartner Italien, aber auch Ungarn, Großbritannien, Spanien und eine Reihe anderer Länder wirtschaftlich schrumpfen, leidet der Arbeitsmarkt im Exportland Österreich“, so Hundstorfer.

Auch wenn Österreich EU-weit das Land mit der niedrigsten Arbeitslosenquote ist, besteht die Gefahr, dass sich die Arbeitslosigkeit verfestigt. Für jene, die schlecht ausgebildet und schon lange auf Jobsuche sind, wird die Rückkehr in den Arbeitsmarkt immer schwieriger. Die Regierung verstärkt daher den Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit und stellt zusätzlich 20 Millionen Euro für die diese Zielgruppe bereit.

1500 Stellen

Laut Hundstorfer werden noch heuer für zusätzlich 1500 Langzeitarbeitslose Arbeitsplätze in sozialökonomischen Betrieben und bei gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten finanziert. Ziel des sogenannten zweiten Arbeitsmarktes ist es, die Betroffenen besser zu betreuen und für den Normalarbeitsmarkt zu qualifizieren. Generell fährt das AMS die Schulungstätigkeit wieder hoch. Ende April gab es fast 70.000 Schulungsteilnehmer, um 7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Der starke Beschäftigungs- und Arbeitslosenanstieg bei den über 50-Jährigen hat auch demografische Gründe. Es rücken mehr Beschäftigte in diese Altersgruppe nach und es bleiben auch mehr länger im Erwerbsleben. Anders bei den Jungen: Hier sinkt die Geburtenrate, was die Situation am Lehrstellenmarkt etwas entspannt.

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