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Wirtschaft
07/19/2019

McDonald's Österreich beschimpft Italiener

Eine missglückte Übersetzung sorgt für große Aufregung im Nachbarland. Das Unternehmen entschuldigte sich.

Für einen in Wien wohnenden Italiener sind die Burger von McDonald’s in Zukunft wohl gegessen. Die missglückte Übersetzung eines Werbespruchs, der seit Anfang Juli auf Wiener Plakatwänden prangt, sorgt in Italien derzeit für große Aufregung, wie mehrere italienische Medien berichten.

Beleidigend und diskriminierend

Mit „Für echte Mampfiosi“ wird derzeit in Wien eine Burger-Neukreation mit mediterranem Geschmack von McDonald’s beworben. In der Nachricht, die die McDonald’s-App an Kunden verschickte, wurde der Satz mit "Hey Mafioso, try our new Bacon della Casa now! Bella Italia.“ übersetzt.

Ein 30-jähriger Sizilianer, der in Wien lebt und arbeitet, traute seinen Augen nicht, als er sah, dass der Fast-Food-Konzern Italiener mit Mafiosi gleichsetzt. Er schrieb an McDonald’s einen Beschwerdebrief: „Als ehemaliger Stammgast verspreche ich euch, dass ihr mich in euren Restaurants nie wiedersehen werdet. Nicht mich, nicht meine Freunde, nicht meine Familie.“

Die Nachricht, die man ihm heute geschickt habe, sei die beleidigenste und diskriminierendste Werbung, die er in seinem Leben je gesehen habe. In seinem Brief bezog sich der Mann auch auf die Opfer, die ihr Leben in dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen verloren haben, wie etwa den berühmten und in Italien als Nationalhelden verehrten Richter Giovanni Falcone, der nahe Palermo in seinem Auto auf der Autobahn in die Luft gesprengt wurde.

Kein Spaß

Während in anderen Ländern die Mafia immer wieder romantisiert und verklärt betrachtet wird, kennen die Italiener bei dem Thema keinen Spaß. Mafiosi gelten dort nur als Kriminelle und Mörder. McDonald’s Österreich hat sich in der Folge für den Fauxpas entschuldigt und auch gleich eine Erklärung mitgeliefert. Aus Versehen wurde bei der Übersetzung ins Englische aus „Mampfioso“ „Mafioso“.