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Marterbauer verliert Kabinettschef an die ÖBB-Infrastruktur

ÖBB-Chef Matthä baut den Vorstand des Teilkonzerns Infrastruktur AG um.
Andrea Hodoschek
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Überraschende Personalie bei den ÖBB. Georg Ortner, 53, Kabinettschef von SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer, wird mit 1. Dezember 2026 in den Vorstand des ÖBB-Teilkonzerns Infrastruktur AG einziehen. Er folgt Silvia Angelo und wird für die Bereiche Finanzen, Markt, Services zuständig sein. Angelos Mandat läuft mit Jahresende aus, sie hatte intern schon angekündigt, sich um die Nachfolge von ÖBB-Chef Andreas Matthä zu bewerben. 

Insidern war aufgefallen, dass Ortner am Mittwoch nicht bei der Budgetrede von Marterbauer im Parlament dabei war. Ortner hatte das Doppelbudget 2027/28 maßgeblich mitverhandelt. Er präsentierte an diesem Tag aber in einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzhung der ÖBB-Infrastruktur unter der Leitung von Matthä. 

Auch ein zweiter Vorstandsjob in der Infrastruktur wird neu besetzt. Die ÖBB-Managerin Christina Rebernik wird mit 1. Jänner 2027 Judith Engel als Vorständin nachfolgen. Beide Vorstandsjobs laufen auf drei Jahre mit einer Option auf eine zweijährige Verlängerung. Johann Pluy bleibt dritter Vorstand.

"Gutes Gespür"

Der SPÖ-nahe Ortner war bereits vor knapp zwei Jahrzehnten unter den SPÖ-Staatssekretären Christoph Matznetter und Andreas Schieder im Finanzministerium und gilt als Pragmatiker. Anschließend war er   im SPÖ-Klub Sekretär für Budget, Wirtschaft und Industrie.  Dann wechselte er als Geschäftsbereichsleiter „Strategische Steuerung von Immobilien" von 2017 bis 2025 zur ÖBB Infrastruktur. Marterbauer holte ihn ins Finanzministerium zurück.  Bei den Verhandlungen für das Doppelbudget  stand der in der Öffentlichkeit kaum bekannte studierte Volkswirt aus Ottakring, der auch gelernter Bautechniker ist, neben Marterbauer an vorderster Front. 

In einer Information für Führungskräfte des ÖBB-Konzerns betonte Matthä das "gute Gespür" von Ortner "für das Zusammenspiel Wirtschaft & Politik". Er freue sich besonders, dass beide neuen Vorstände bereits gute ÖBB-Kenntnisse hätten. 

Er hoffe, erklärte Matthä, Angelo und Engel "in irgendeiner Weise im Haus halten zu können". Vor allem die Großbaustellen S-Bahn Stammstrecke, Wiener Verbindungsbahn oder Semming würden nach einer professionellen Führung und Kontinuität verlangen. Er werde sich dafür einsetzen, "dass ihr Know-How den ÖBB nicht verloren geht". 

Kritik an der Postenbesetzung kommt von der FPÖ. Christian Hafenecker, FPÖ-Verkehrssprecher und Generalsekretär, schimpft über "den nächsten Postenschacher in Reinkultur dieser unseligen Verlierer-Ampel. 
 

Andrea Hodoschek

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