Wirtschaft
01.02.2012

Markendschungel beim Einkauf

Händler setzen mit eigenen Marken auf mehr Profil und Profit. Spar macht schon ein Drittel des Umsatzes mit eigenen Labels.

Preisvergleiche beim Einkauf von Aufstrich, Joghurt und Duschgel hinken oft. Unterschiedliche Inhaltsstoffe und Packungsgrößen machen speziell bei Eigenmarken (wie clever oder S-Budget) einen Vergleich quasi unmöglich. Den billigsten Anbieter von Marken wie Nivea oder Persil auszumachen, ist dagegen ein Kinderspiel.

Für Handelsketten sind Eigenmarken auch deshalb ein gutes Geschäft. Marketingverantwortliche sagen, sie geben „Profil“ und dienen der „Kundenbindung“. Finanzchefs freuen sich über gute Margen. Und die Händler haben die Chance, sich ein Stück weit aus dem Preiskampf zu nehmen – schließlich hat die Konkurrenz den Artikel gar nicht. Im Gegensatz zu Herstellermarken. Hat man nur diese im Sortiment, „geht es im Konkurrenzkampf nur noch um den nackten Preis“, meint Spar-Chef Gerhard Drexel.

Er führt mit Veggie gerade eine Eigenmarke ein, die sich an Freunde fleischloser Kost richtet. Gestartet wird mit 43 Produkten vom vegetarischen Bio-Gulasch bis zur Bio-Mayonnaise auf Sojabasis. Spar hat seit 2007 jedes Jahr eine zusätzliche Marke eingeführt – von S-Budget bis Premium. Der Umsatzanteil der Eigenmarken ist binnen zehn Jahren von 15 auf 35 Prozent gestiegen. „Es ist durchaus möglich, dass wir in wenigen Jahren bei 40 Prozent sind“, sagt Drexel. Damit würde er bald in einer Liga mit dem britischen Handelsriesen Tesco oder der Schweizer Coop spielen, deren Eigenmarkenanteil bei 50 Prozent liegt. Aber auch in Österreich schläft die Konkurrenz nicht. Billa macht rund ein Fünftel des Umsatzes mit Eigenmarken, Zielpunkt führt neue eigene Labels ein.

Hauseigene Skimodelle

Auch die Sportartikelhändler liefern sich ein Rennen um die besten Labels. Intersport macht schon 17 Prozent des Umsatzes mit eigenen Marken, in fünf bis acht Jahren sollen es 25 Prozent sein. „Wir erwarten von der Industrie eigene Produkte“, macht Intersport-International-Chef Franz Julen klar. Gemeint sind Designs von Skiern eigens für seine Kette oder Fußballschuhe von Herstellern wie Asics, die nur bei Intersport verkauft werden. Konkurrent Sport 2000 hat sich dagegen gerade die exklusiven Vermarktungsrechte an der Fischer alpin Skibekleidung gesichert.