Wirtschaft
03.09.2018

Löger will mehr privates Kapital an die Börse locken

Der Zugang zum Dritten Markt wird erleichtert. Steueranreize für Vorsorge sollen mit Steuerreform 2020 kommen.

Finanzminister Hartwig Löger will den Börseplatz Wien stärken und mehr Private zu Investments in Aktien bringen. Einen ersten kleinen Schritt in diese Richtung hat er nun gesetzt: Der Begutachtungsentwurf zur Öffnung des sogenannten Dritten Marktes an der Wiener Börse ist fertig. Damit sollen künftig auch Inhaberaktien in diesem Börsensegment, das für kleine Unternehmen attraktiv ist, zugelassen werden.

Derzeit sind dort nur Namensaktien erlaubt. Das bedingt bei Kauf oder Verkauf eine Eintragung des Aktionärs im Aktienregister. Durch die Zulassung der in allen anderen Börsensegmenten üblichen anonymen Inhaberaktie soll mehr Bewegung in den Dritten Markt kommen. Steuerliche Anreize plant die Regierung für die betriebliche und private Altersvorsorge, wie Löger bei der Diskussion zu „Megatrends Kapitalmarkt Österreich“ erläuterte, der Auftaktveranstaltung zur Börsianer Messe am 19. und 20. September. Diese Steuerzuckerln sollen im Rahmen der Steuerreform 2020 kommen.

Den Banken versprach Löger eine Aufweichung der Regulierungen. „Das Regularien-Pendel har schon einen Extremwert erreicht“, sagte er. Die Aufsicht über Finanzinstitute will er umbauen, sodass „klarere Verantwortungsstrukturen entstehen“.

Mit den Steueranreizen für Vorsorge stieß Löger bei Oberbank-Chef Franz Gasselsberger und Raiffeisen-Centrobank-Chef Wilhelm Celeda auf Resonanz. „Da sind wir uns einig“, betonte Gasselsberger. Er wünscht sich ein neues Produkt à la Zukunftsvorsorge ohne Garantie.

Finanz-Steuer am Ende

Keine Freude hat Löger mit der von zehn EU-Ländern, darunter Österreich, angestrebten Finanztransaktionssteuer. „Das ist ein schweres Erbe, das ich von Schelling übernommen habe“, sagte er. Löger möchte das Thema zurück an die EU-Kommission schieben. Denn das jetzige Modell sei nicht erstrebenswert. Die Bemessungsgrundlage sei zu gering, die Kosten seien zu hoch. Irmgard Kischko