Schlechter Verdienst und Wochenendarbeit machen Branche unattraktiv

© Getty Images/iStockphoto/IGphotography/Thinkstock

Tourismus
02/08/2016

"Leichter Gäste zu finden als Mitarbeiter"

Die Branche muss ihr Image verbessern, meint die Gewerkschaft vida.

von Simone Hoepke

Zumindest in einem Punkt sind sich Hoteliers und Gastronomen mit der Gewerkschaft vida einig: Der Tourismus hat ein Imageproblem. "Für die Betriebe ist es leichter, Gäste zu finden als gute Mitarbeiter", formuliert es Berend Tusch, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Tourismus. Die Branche müsse besser zahlen, um attraktiver zu werden. "Die Zimmertür aufmachen und etwas auf einen Bierdeckel drucken, wird nicht reichen", ätzt Tusch in Richtung Hoteliervereinigung, die einen Tag der offenen Tür organisiert, an dem Jugendliche sich über Karrierechancen informieren und in ausgewählten Häusern hinter die Kulissen schauen können.

Die Jugend wolle auch wegen der Wochenendarbeit nicht in die Branche, meint Tusch. Laut Kollektivvertrag müssen Tourismus-Lehrlinge nur jedes zweite Wochenende frei haben. Tusch: "Wir wollen, dass sie im ersten halben Jahr der Lehrzeit jedes Wochenende frei haben." In einer Umfrage der Gewerkschaft gaben 42 Prozent der mehr als 750 befragten Beschäftigten an, dass sich ihr Beruf schwer mit Familie vereinbaren lasse. Das ist einer der Hauptgründe, weshalb viele nach ein paar Jahren die Branche wechseln.

Laut der Umfrage bekommen nur 17 Prozent der Befragten Mehr- und Überstunden monetär abgegolten. 47 Prozent erhalten für die Überstunden Freizeit, bei elf Prozent der Befragten werden sie gar nicht abgegolten.

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