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Interesse an Kryptowährungen sinkt

Nicht nur die Kurse fallen, auch die Zahl der Leute, die sich vorstellen können, in Bitcoin & Co. zu investieren, geht deutlich zurück.
Goldene Bitcoin-Münze

Zusammenfassung

  • Mit dem starken Kursrückgang von Bitcoin seit dem Allzeithoch ist auch das Interesse an Kryptowährungen gesunken: Nur noch 39 Prozent können sich ein Investment vorstellen.
  • Auch das Vertrauen leidet: Nur ein Drittel hält Kryptowährungen für vertrauenswürdig, während hohe Schwankungen, Betrugsrisiken und mangelndes Wissen die Vorbehalte verstärken.
  • Andere Anlageformen gelten als deutlich attraktiver, und ein nachhaltiger Aufschwung bei Kryptowährungen ist laut Umfrage und Marktdaten vorerst nicht in Sicht.

Wer sein Geld in Kryptowährungen angelegt hat, hatte in den vergangenen Monaten wenig zu lachen. Seit die weltgrößte Kryptowährung Bitcoin im vergangenen Oktober mit einem Kurs von über 105.000 Euro ihr Allzeithoch erreichte, geht es von kurzen Pausen abgesehen stetig bergab. Der Wert von Bitcoin hat sich seit Anfang Oktober 2025 fast halbiert. Am Dienstag notierte die Digitalwährung bei etwas über 55.400 Euro

Bleibt der Kurs über Monate hinweg schwach, spricht man von einem Kryptowinter. Der hat auch das Interesse an Bitcoin & Co. merklich absinken lassen. Laut einer aktuellen Umfrage der Marktforscher von Marketagent hat die Zahl derjenigen, die sich grundsätzlich vorstellen können, in Kryptowährungen zu investieren, im Vergleich zur zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres um 5 Prozentpunkte auf 39 Prozent abgenommen. Lediglich bei jüngeren Zielgruppen ist die Akzeptanz höher. 

Vertrauen sinkt

Gesunken ist das Vertrauen. Nur ein Drittel der Befragten stuft Kryptowährungen als vertrauenswürdig ein. Erstmals seit Langem sieht die Mehrheit vor allem Nachteile in dem Digitalgeld. Zwei Drittel stufen ihr Wissen über Kryptowährungen als eher schlecht ein.

Andere Anlageformen weit attraktiver

Hohe Kursschwankungen und Betrug und Cyberkriminalität rücken in den Fokus. Von einem hyptothetischen Investmentbudget von einer Million Euro würden durchschnittlich 9,4 Prozent in Kryptowährungen fließen.

Im Vergleich dazu sind es bei

  • Immobilien 37,8 Prozent,
  • bei Gold 25,3 Prozent,
  • bei Aktien und Wertpapieren 16,8 Prozent und bei
  • Anleihen 10,7 Prozent.

Die Akzeptanz von Kryptowährungen in der breiten Bevölkerung sei fragil, sagt Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl. Solange die Kurse steigen, nehme auch die Aufmerksamkeit zu. Bei längeren Korrekturen würden grundlegende Vorbehalte wieder in den Vordergrund rücken. Für die Umfrage wurden 1.634 in Österreich lebende Personen zwischen 18 und 75 Jahren befragt. 

Aufschwung nicht in Sicht

Ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist bei Kryptowährungen vorerst auch nicht in Sicht. Zwar sind die Zuflüsse in Krypto-ETFs zuletzt wieder gestiegen. Die Lage bleibt aber volatil. 

Der Fear-and-Greed-Index, der die Stimmung am Markt misst, sieht zwar keine Panik mehr, weist aber auf ein ängstliches Sentiment hin. Auch historische Daten deuten nicht auf eine baldige Besserung hin. Demnach könnte der Abschwung noch mindestens bis zum Oktober anhalten. Bis dann wieder neue Hochs erreicht werden, hat in der Vergangenheit meist mehrere Jahre gedauert. 

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