Die Bohrtürme in Gänserndorf werden weniger

© REUTERS/LEONHARD FOEGER

Gänserndorf
07/07/2015

Kritik an OMV: Rumänen ersetzen Österreicher

Der Ölkonzern steht wegen "systematischer Arbeitsplatzvernichtung" in der Kritik - und wehrt sich.

Die OMV steht wegen ihres Sparkurses in Gänserndorf in der Kritik. Im dortigen Betrieb würden "systematisch Arbeitsplätze von österreichischen Arbeitnehmern, die bei verschiedenen Partnerfirmen arbeiten, vernichtet", sagte ein pensionierter OMV-Mann den Niederösterreichischen Nachrichten. Die Österreicher würden durch Rumänen ersetzt.

Die OMV hole seit einem Jahr Arbeiter aus Rumänien nach Gänserndorf, um "unter dem Deckmäntelchen eines internen Trainings" beispielsweise die Crew der Firma KWD (Koller Workover & Drilling) zu ersetzen. KWD repariere seit vielen Jahren für die OMV defekte Öl- und Gasbohrungen. "Jetzt muss die Firma aber schließen, die Leute stehen auf der Straße", wird der frühere OMV-Bedienstete zitiert.

Die Menschen aus Rumänien hätten jeweils nur einen Vertrag mit sechs Monaten Laufzeit. "Wenn sie weniger als ein halbes Jahr hier arbeiten, müssen sie ihre Steuern in Rumänien bezahlen." Nach sechs Monaten gingen sie wieder zurück in ihr Heimatland, um nach weiteren sechs Monaten wieder zurückzukehren. "In der Zwischenzeit werden sie durch andere rumänische Arbeiter ersetzt", so der pensionierte OMV-Mitarbeiter.

Die teilstaatliche OMV verteidigt den Sparkurs und verweist auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld mit einem Ölpreisverfall von mehr als 110 Dollar auf 60 Dollar je Fass.

"Nicht extra angestellte Billiglohnkräfte"

Die Menschen aus Rumänien seien langjährige Mitarbeiter der OMV-Konzerntochter Petrom, "nicht extra angestellte Billiglohnkräfte", rechtfertigt OMV-Sprecher Johannes Vetter. Derzeit seien 20 Petrom-Angestellte zu Fortbildungszwecken in Gänserndorf, bald würden es nur noch zehn sein. Vor ein, zwei Jahren hatte die OMV an ihrem Standort in Niederösterreich vier sogenannte Bohrtürme inklusive Wartungsmannschaften im Einsatz. Mittlerweile seien es nur mehr zwei, ab dem Sommer werde auf ein Team reduziert.

Zudem dürfe man nicht vergessen, dass für die OMV auch zahlreiche Österreicher in Rumänien tätig seien, die in Österreich Steuern zahlen.

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