Wofür die Österreicher ihr Geld ausgeben
Zusammenfassung
- Die Österreicher planen laut Umfrage, heuer etwas mehr für privaten Konsum auszugeben, wobei Urlaub, Hobbys, Gastronomie und Ausgehen besonders gefragt sind.
- Die Konsumwünsche und Budgets unterscheiden sich je nach Generation, Urlaub ist aber bei allen Generationen weit vorne.
- Kredite für Konsum werden selten genutzt, die meisten finanzieren Ausgaben aus eigenen Mitteln und fordern Maßnahmen gegen Inflation und hohe Preise.
Die Österreicherinnen und Österreicher wollen heuer laut einer Umfrage für den privaten Konsum etwas mehr Geld ausgeben als im vergangenen Jahr. Je nach Altersgruppe stehen für Ausgaben zwischen 8.700 und 6.800 Euro zur Verfügung. Kosten für Wohnen, Energie und den täglichen Bedarf fallen nicht darunter. "Es ist mehr Budget für die Konsumwünsche da", sagte Gerald Resch, Generalsekretär des Bankenverbands, der die Umfrage gemeinsam mit der Bawag Group in Auftrag gegeben hat.
Urlaub und Reisen stehen über alle Generationen hinweg weit oben auf der Liste der Konsumwünsche. Im Schnitt wollen alle Generationen rund 2.400 Euro dafür ausgeben. An zweiter Stelle rangieren Hobbys. Rund 1.870 Euro wollen die Befragten im Schnitt dafür aufwenden. Knapp dahinter folgen Gastronomie und Ausgehen mit 1.850 Euro.
Generationsunterschiede
Die Gewichtung der Ausgaben unterscheidet sich je nach Generation. Die Gen Z will als einzige Altersgruppe mehr Geld für Ausgehen ausgeben als für Urlaub. Das dürfte auch daran liegen, dass viele noch mit ihren Eltern auf Urlaub fahren, vermutet Resch. Groß geschrieben wird bei den 16- bis 29-Jährigen der Sport. Resch: "Das Fitnessstudio ist ein wichtiger Faktor." Im Schnitt stehen der Gen Z rund 7.000 Euro zur freien Verfügung.
Die Millennials geben wiederum neben Reisen vergleichsweise viel Geld für Mode aus. 1.030 Euro des frei verfügbaren Einkommens werden in Kleidung investiert. 8.500 Euro stehen den 31- bis 45-Jährigen im Schnitt für den privaten Konsum zur Verfügung. Auch in der Gastronomie lässt man mit durchschnittlich rund 2.100 Euro vergleichsweise viel Geld.
Bei der Generation X sind Städtereisen besonders beliebt. 38 Prozent der 46- bis 60-Jährigen haben im vergangenen Jahr eine unternommen. Mit 8.700 Euro verfügen sie über das höchste Konsumbudget.
Bei den Babyboomern (1946 bis 1965) stechen neben dem Urlaub vor allem Ausgaben für Theater und Oper hervor. Weil viele von ihnen bereits in Pension sind, ist auch das Budget mit 6.800 Euro geringer.
Zurückhaltung bei Krediten
Kredite zur Finanzierung des privaten Konsums wollen die wenigsten aufnehmen. Lediglich unter den 16 bis 29-Jährigen der Gen Z ist das für mehr als ein Drittel vorstellbar. Dasselbe gilt für Teilzahlungsoptionen von Händlern, also auch für die vor allem im Online-Handel weit verbreiteten "Buy-now-pay-later"-Angeboten.
Am ehesten würden die Befragten noch ihren Urlaub mit einem Kredit finanzieren. In allen Altersgruppen sind aber mindestens drei Viertel der Befragten der Meinung, dass man sich nur das kaufen sollte, was man sich tatsächlich von seinem eigenen Geld auch leisten kann. Bei den Babyboomern sind es sogar 9 von 10 Personen.
Die Konsumkredite liegen dementsprechend mit zwischen 17 und 18 Mrd. Euro laut Statistiken der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) seit Längerem auf einem stabilen Niveau. Die Sparquote liegt ebenso stabil bei zwischen 10 und 11 Prozent. Man bestreite den Großteil der Konsumausgaben aus eigenen Mitteln, sagt Enver Sirucic, Finanzchef der Bawag Group und Präsident des Bankenverbandes.
Inflation noch "stark drinnen"
Die Konsumausgaben steigen zwar geringfügig. Das Gefühl einer hohen Inflation sei in vielen Leuten noch "stark drinnen", sagt Resch. Um den privaten Konsum wieder in Schwung zu bringen, braucht es laut der Umfrage vor allem Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung und sinkende Preise (29 Prozent). Mehr als jeder Fünfte hält auch sinkende Steuern und Abgaben für notwendig. Für die Umfrage wurden im vergangenen Dezember 1.000 in Österreich lebende Personen zwischen 16 und 79 Jahren befragt.
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