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Wirtschaft
12/10/2018

Energiefonds: Wann sich Klimaschutz beim Heizen rechnet

Bei der Energiewende gibt es vor allem beim Austausch von Ölheizungen Handlungsbedarf.

von Andreas Anzenberger

Laut dem Faktencheck 2018/2019 des Klima- und Energiefonds ist die Umstellung der Wärmeerzeugung ein wichtiger Teil der Energiewende. Vor allem bei Ölheizungen bestehe Handlungsbedarf.

Auch die Parteipolitik war kurz Thema. Der Präsident von Erneuerbare Energie Österreich, Peter Püspök, zur Aussage von Vizekanzler Heinz-Christian , man könne nicht sagen, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird: Strache sei nicht bereit, „Fakten zur Kenntnis zu nehmen“.

Wie hoch ist der Anteil von Raumwärme und Warmwasser am CO2-Ausstoß in Österreich?

Diese beiden Bereiche sind laut den Zahlen des Klima- und Energiefonds für mehr als 20 Prozent der heimischen CO2-Emissionen verantwortlich. Bei der Wärmeerzeugung beträgt der Einsatz von fossilen Energieträgern immerhin noch 60 Prozent. Bei einer Beibehaltung der aktuellen Sanierungsrate für Gebäude wären im Jahr 2050 etwa die Hälfte der Gebäude saniert.

Was sind die Probleme beim Umstieg auf erneuerbare Energieträger?

Das ist eine Kostenfrage. Je höher der Preis für fossile Energie, desto eher rentieren sich erneuerbare Energieträger. Laut dem Heizkostenvergleich von Österreich-Energie ist derzeit beim Neubau eines Einfamilienhauses die Wärmepumpe Luft-Wasser im Gesamtkostenvergleich am günstigsten.

Auf dem zweiten Platz kommt mit der Erdgas-Brennwerttherme ein Heizsystem mit fossilen Brennstoffen. Ähnlich ist es auch bei der Gebäudesanierung. Je höher die Energiepreise, desto eher hat man die Kosten für die thermische Sanierung wieder herinnen.

Wann rentiert sich der Umstieg auf klimagünstige Heizungen?

Die teuerste Heizung beim Vollkostenvergleich ist die Ölheizung. Laut Klima- und Energiefonds gibt es davon noch mehr als 600.000 in Österreich. Rund 390.000 Öl-Heizkessel sind älter als 15 Jahre und sollten getauscht werden.

Derzeit gibt es Prämien für den Umstieg auf klimafreundlichere Heizungen. Es macht daher bei bestehenden Öl-Anlagen Sinn nachzurechnen, ob sich der Austausch rentiert. Der Klima- und Energiefonds sieht bei Ölheizungen den größten Handlungsbedarf.

Wie werden sich die Preise für Öl und Gas  sowie für erneuerbare Energieträger entwickeln?

Das ist reine Spekulation. Der Ölpreis und der damit verbundenen Gaspreis sind beides politische Preise. Die Kosten richten sich nach der Fördermenge, die von den Erdölproduzenten gesteuert wird.  Der Preis für erneuerbare Energieträger hängt auch von der Höhe den Ökostrom-Förderungen ab sowie von steuerlichen Rahmenbedingungen.

Warum bringen die EU-Pläne zur Reduktion des Schadstoff-Ausstoßes nicht die gewünschte Wirkung?

Dafür gibt es viele Gründe. Die Auswahl der Themenbereiche ist nicht rational begründbar. Ein Bereich mit deutlich steigendem CO2-Ausstoß ist etwa der  Luftverkehr in der EU. Doch Fernreisen sind bei der Klimaschutz-Diskussion kein Thema. Kritik gibt es vor allem am  Autoverkehr. Wohlhabende können sich ein Elektro-Auto kaufen. Beim Flugverkehr würde vor allem eine Reduktion der  Flüge den Schadstoffausstoß reduzieren. Doch das wird politisch nicht gewünscht.

Kann die Klimapolitik der EU eine  Zunahme  des weltweiten CO2-Ausstoßes verhindern?

Nein. Auch wenn es gelänge, den Schadstoffausstoß in der EU binnen zehn Jahren gegen Null zu reduzieren, wurde weltweit der CO2-Ausstoß steigen. Die USA und China sowie Länder wie etwa Indien verursachen eine derartig hohe Zunahme des CO2-Gehalts in der Luft, dass dies durch die Klimapolitik in der EU nicht kompensiert werden kann.

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