Von Punsch bis Pünktlichkeit: Goldene Regeln für die Weihnachtsfeier
Was sollte man auf der Weihnachtsfeier tunlichst vermeiden und was ist sogar erwünscht? Der KURIER hat mit Knigge-Expertin Astrid Leopold gesprochen.
Nicht antworten ist keine akzeptable Reaktion
Rechtzeitig zu- oder absagen zeigt Respekt vor dem Organisationsteam. Gesetzlich muss man natürlich nicht an der Weihnachtsfeier teilnehmen. Man ist auch nicht verpflichtet zu sagen, warum man nicht dabei sein kann. Ein „Ich kann leider nicht kommen“ ist ausreichend. Tipp der Knigge-Expertin Leopold: „Gehen Sie, wenn möglich hin, das macht einen besseren Eindruck.“
Etwas zu verpassen ist unhöflich
Pünktlichkeit ist bei der Weihnachtsfeier ein Muss, laut Expertin Leopold. „Meistens gibt es auf der Feier ein Programm, wie die Begrüßung durch die Geschäftsführung. Da ist es unhöflich, wenn man mittendrin oder danach kommt. Darf man unbemerkt gehen, wenn man keine Lust mehr hat? „Das hängt ein wenig von der Größe der Feier ab. Bei kleineren sollte man sich persönlich verabschieden.“
Vier Punsch sind einer zu viel
„Trinken mit Stil und nicht mit Ziel“, so Leopold. Alkohol darf lockern, aber die Zunge nicht lösen. Es sollte nicht zu dem Moment kommen: „Jetzt sag’ ich dem Chef endlich die Wahrheit“ oder andere peinliche Situationen. Es ist auch mehr verpönt, auf Alkohol gänzlich zu verzichten. Tipp für das Organisationsteam: „Sorgen Sie auch für interessante alkoholfreie Drinks.“
Flirten mit Stil und Sicherheitsabstand
Es darf geflirtet werden. „Ein Kompliment ist wie ein Weihnachtskeks. Gut dosiert ist es süß und willkommen. Übertreiben darf man es aber nicht. Ein anzüglicher Kommentar oder eine Berührung sind absolute No-Gos. Das ruiniert das Arbeitsklima und schlimmstens die Karriere“, so die Expertin.
Ungezwungen bietet sich das Du-Wort an
Die Weihnachtsfeier ist ein guter Moment dafür, das Du-Wort anzubieten. „Bitte aber nur bei jenen Kollegen das Angebot machen, bei denen man sich sicher ist, dass man es auch im Arbeitsalltag leben möchte“, sagt Leopold. Im Zweifel die Hierarchie einhalten und warten, bis man das Du-Wort angeboten bekommt.
Eine Weihnachtsfeier ist kein Ort zum Lästern
Gute Gesprächsthemen sind angenehme Themen, die Freude machen. Private Gespräche wie über die Kinder, Urlaube etc. sind in Ordnung. Persönliches wie Gesundheits- oder Beziehungsprobleme sind nicht angebracht. Auch politische oder religiöse Themen, die kontrovers sind, sollte man vermeiden.
Für Führungskräfte gilt: reden, reden, reden
„Schauen Sie, dass Sie mit möglichst vielen Mitarbeitern plaudern“, rät Leopold. Damit lässt sich nicht nur die Stimmung im Unternehmen eruieren, sondern auch die Verbindung im Team festigen – und das auf eine authentische und wertschätzende Art. „Führungskräfte sollten sich für die Menschen interessieren.“
Fotografieren: Zuerst fragen, dann posten
Erinnerungen mit dem Handy einfangen, ja. Karrieren bzw. die Beziehung zu den Kollegen sollte man dadurch aber nicht gefährden. Astrid Leopold: „Selfies mit Kollegen immer gerne, wenn diese das möchten. Daher vorher bitte fragen, ob man ein Bild machen darf und auch alle Beteiligten fragen, ob es in Ordnung ist, wenn man dieses Bild in den Sozialen Netzwerken postet.“
Im Zweifel: elegant und festlich
Das Outfit, das zu viel Haut zeigt, bleibt im Kasten, samt der Jeanshose, die signalisiert: Für mich ist das heute nichts Besonderes. Manche Weihnachtsfeiern haben ein Motto, an das man sich halten sollte. Gibt es gar keinen Hinweis: Elegant ist immer richtig. Aber sind Weihnachtsmützen erwünscht? „Das hängt von der Unternehmenskultur, aber vor allem vom Ort der Veranstaltung ab. Im Nobel-Restaurant ein No-go.“
Nicht drängeln und nicht schlingen
Unabhängig davon, ob es ein Buffet oder ein Menü gibt, sollt man die Tischmanieren nicht im Homeoffice lassen. „Die Speisen sind gratis, aber nicht grenzenlos. Bitte so viel nehmen, wie man auch wirklich isst. Aber auch mit Stil essen, sprich die Reihenfolge einhalten und nicht mischen, sondern die Speisen so essen, wie sie gedacht sind, um dem Küchenteam Respekt zu zollen.“
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