Bei der Entrepreneurship Avenue: das Gründer-Studenten-Team von eagr.

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Wirtschaft Karriere
05/23/2016

Vormittags Student, nachmittags Gründer

Immer mehr Studierende wollen nach dem Abschluss lieber ins eigene Start-up als in den Konzern. Den Grundstein dafür legen sie schon während ihres Studiums, er ist mit viel Fleiß und Verzicht verbunden.

von Magdalena Vachova

"Eigentlich wollten wir mit dem Projekt nur einen Einser in der Vorlesung und eine Referenz im Lebenslauf, wenn wir später Job suchen", erzählt Desirée Zottl. Dass sie mit ihren Studienkollegen an der FH St. Pölten anfängt, ihre App-Idee gatherer größer zu denken, Förderung bekommt, Programmiererin und CEO eines Unternehmens wird und heute vor Investoren um Kapital pitcht, war so nicht geplant. Der Bürojob muss warten, erstmal wird aus der Referenz im CV ein echtes Business.

Sitzball statt Bürostuhl

Immer mehr Studenten wollen nach ihrer Ausbildung lieber auf einem bunten Sitzball im Coworking-Space balancieren, als in einem Drehstuhl im Konzernbüro den vorhersehbaren Karriereweg dahinrollen. Studiengänge helfen einer neuen Gründergeneration auf die Beine, Unis und FH leisten sich Gründungszentren, Inkubatoren und Accelerators. Hinter dem selbstbewussten Lächeln der jungen Gründer steckt aber harte Arbeit: Monatelanges Doppelleben zwischen Projekt, Nebenjob und Uni. Keine Freizeit, wenig Schlaf. Starke Nerven und Willensstärke sind da Voraussetzung, vom süßen Studentenleben keine Spur. "Wir haben uns damals mehrmals pro Woche in einem Coworking Space getroffen, in den Freistunden, nach der FH und an uni-freien Tagen. Zuhause haben wir die Nächte vor dem PC verbracht", erinnert sich Zottl. "Studium, Nebenjob und die App – in einer 40 Stunden-Woche ging sich das nicht aus." Freizeit und Freunde? Wurden hintangestellt. Zottl hat ihr Studium heuer dennoch gut hinter sich gebracht, Co-Gründer Michael Kräftner und Designerin Isabelle Enigl haben das noch vor sich. Trotzdem wollen sie bald die GmbH gründen.

Freizeit-App-Gründer haben keine Freizeit

Obwohl sie eine Freizeit-App entwickelt haben, mangelt es den drei eagr-Machern selbst an diesem Gut. Die App-Idee der WU-Studenten wurde erst vor zwei Monaten geboren, bei der WU Entrepreneurship Avenue Freitag vor einer Woche mit Preisen überhäuft und ist nun schon in der Beta-Version. "Wir haben Vollzeit daran gearbeitet – ein Start-up erfordert Fokus", sagt Markus Raunig vom eagr-Team. Schlaflose und durchgrübelte Nächte gehören dazu. "Ich hab’ in den zwei Monaten so viel gelernt wie in zwei Jahren in einem Büro." Sein Tipp an Studis, die gründen wollen: "Man sollte sich auf viel harte Arbeit und eine Achterbahn der Gefühle einstellen. Aber es zahlt sich aus. Hilfreich sind Inkubatoren: Sie helfen auch der jüngsten Idee auf die Beine."

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