Wirtschaft | Karriere
30.07.2018

Urlaubsvertretung: Nicht in Arbeit versinken

Für jene, die auf Urlaub fahren, heißt es: dolce far niente. Für jene, die im Büro bleiben: Mehrarbeit durch Urlaubs-Vertretung.

Die Österreicher verreisen immer öfter im Sommer – vergangenes Jahr allein zählte die Statistik Austria 7,16 Millionen Reisen. Für jene, die in dieser Zeit statt der urlaubenden Kollegen weiterarbeiten, heißt es oft: Zähne zusammenbeißen. Denn laut einer internationalen Befragung der OTRS Group unter 500 Arbeitnehmern, erleben im Sommer viele so etwas wie eine Vertretungskrise. Besonders stresst sie schlechter Zugang zu Hintergrundinformationen, wenn sie nicht wissen, in welchem Stadium sich Projekte befinden oder die Ansprechpartner fehlen. Ein Drittel der Befragten arbeitet täglich eine Stunde an der Vertretung, rund ein Viertel bis zu 120 Minuten.

Der Praktikant schafft nicht alles

Auch Arbeitspsychologin Veronika Jakl nimmt diese psychische Belastung in Beratungsgesprächen wahr. Mitarbeiter seien vor allem dann gestresst, wenn die Übergabe schlecht lief. „Oft bleibt offen, ob man sich beim Urlaubenenden im Notfall melden kann und was die Erwartung an die Vertretung ist. Man kann nicht einfach alles einem Praktikanten umhängen.“

Wie es besser geht? „Man hinterlässt eine Liste mit Ansprechpartnern und möglichen Szenarien, wie es mit den Projekten weitergehen könnte.“ Wichtig: „Die Übergabe bereits einige Tage vor Abreise regeln. So bleibt Zeit für etwaige Rückfragen.“ Und das Thema Mehrarbeit durch Urlaube? „Es kommt drauf an, was ausgemacht ist. Ist dem Chef klar, dass durch die Vertretung möglicherweise etwas liegen bleibt? Bei zu viel Arbeit muss man das im Team besprechen. Sich im stillen Kämmerchen zu ärgern, bringt niemandem was.“