Uni: Koalition will "Zustände beenden"

Alarm: Wird Finanzministerin Maria Fekter den Unis mehr Geld geben?
Foto: juerg christandl

Sowohl SPÖ als auch ÖVP sehen sich angesichts des drohenden Uni-Chaos im kommenden Semester zum Handeln gezwungen.

Die TU-Wien pfeift aus dem letzten Loch. Rücklagen wurden aufgelöst. Trotzdem betrug das Minus 2010 rund 13,5 Millionen Euro. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, musste die TU einen Überbrückungskredit aufnehmen und Drittmittel umschichten. Mittelfristig drohe der TU die Zahlungsunfähigkeit, warnte TU-Rektor Peter Skalicky am Freitag.

Skalicky reiht sich in den Reigen derer ein, die dieser Tage vor dem Kollaps der Hochschulen warnen. Vor ihm hatte der Rektor der Uni Wien angekündigt, ganze Studiengänge auflassen zu müssen, sollte es nicht ab 2013 an die 40 Millionen Euro mehr geben. Die Wiener Universität für Bodenkultur wird Masterlehrgänge streichen, die TU-Graz hat via Internet dazu aufgerufen, für sie zu spenden.

Vorboten

Es sind die Vorboten der Verhandlungen, die im Herbst starten. Da beginnen zwischen Hochschulen, Wissenschaftsministerium und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) die Gespräche über die Bedingungen, zu welchen es für die Jahre 2013 bis 2015 mehr Geld geben kann. Einfach wird die Sache nicht. Schließlich wurden die Ausgaben-Obergrenzen für die genannten Jahre im April via Beschluss im Nationalrat von SPÖ und ÖVP fixiert. Der Ruf der Rektoren nach 300 Millionen Euro mehr, war nicht erhört worden.

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP), der derzeit urlaubt, ist nach Auskunft aus seinem Büro optimistisch, dass es für die Hochschulen dennoch Geld geben wird. Das Finanzministerium hält sich bedeckt. Töchterles Optimismus scheint einen simplen Grund zu haben. Zwischen SPÖ und ÖVP laufen schon Gespräche über eine bessere finanzielle Dotierung der Unis.

SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl baut auf die Finanzministerin und Töchterle. Das Hochschulbudget sei vor der Regierungsumbildung beschlossen worden. "Jetzt gibt es
neue Akteure. Fekter hat mehrmals betont, wie wichtig ihr die Bildung ist. Dann muss man dafür das Geld freischaufeln. Ich hoffe, dass man die Unis nicht gegen die Wand fahren lässt."

Auch Katharina Cortolezis-Schlager, Kuntzls vis-à-vis in der ÖVP, sagt, es werde mehr Geld benötigt, und zwar mehr öffentliches und privates. Nun gehe es darum, mit der SPÖ Gespräche vor allem über Folgendes aufzunehmen: Ein Modell der Studienplatz-Finanzierung und Aufnahme-Verfahren. Cortolezis-Schlager: "Wir müssen diese Zustände an den Unis beenden."

Mehr zum Thema

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?