Halleiner-Lehrling Adrian Wanke auf seinem Skatebord zur Arbeit

© privat

Wirtschaft Karriere
08/23/2019

So cool ist meine Lehre: Lehrlinge zeigen ihren Job

Im Rahmen unserer Aktion „Zeig uns deine Lehre“ bekamen wir Eindrücke aus ihrem Arbeitsalltag. Ein Auszug der besten Beiträge.

von Magdalena Vachova

Danke an alle engagierten Lehrlinge und ihre Ausbildner für den offenen Blick hinter die Ausbildungskulissen!  Was sich die Lehrlinge im Rahmen der KURIER Aktion „Zeig uns deine Lehre“ einfallen ließen, verblüffte. Die Kern-Aufgabe – den Ausbildungsalltag herzeigen und erklären, warum die eigene Lehre die beste ist – haben alle solide bewältigt.

Darüber hinaus aber haben sie in ihren Beiträgen gezeigt, was man als Außenstehender nie mitbekommt: Das gute Verhältnis zum Ausbildner. Die Möglichkeiten im Betrieb. Das tolle Arbeitsklima. Den Zusammenhalt zwischen Kollegen und Lehrlingen untereinander. Und eine Hingabe für ihren Lehrberuf, die ihresgleichen sucht.

An dieser Stelle verraten wir auch die Gewinner der Aktion: Die Video-Beiträge der beiden AustroCel-Lehrlinge haben uns am besten gefallen. Wir sind neugierig geworden und werden die Jungs aus Hallein bald besuchen und über ihre Ausbildung und den Betrieb schreiben.

Im folgenden Artikel sehen Sie nun die besten Einsendungen. Vorab sei verraten: Es wurde gesungen, Klavier gespielt, getextet, gezeichnet, fotografiert und gefilmt.

Zwei Lehrlinge aus Frastanz zeigen ihren Papier-Job

Der Vorarlberger Bruno Wegner grinst in die Kamera. „Bei uns beginnt alles mit dem Pulper, das ist ein riesiger Mixer, der Altpapier mit Wasser vermischt.“ Der angehende Papiertechniker im ersten Lehrjahr präsentiert in einem  Video die vielen Facetten seiner Ausbildung. Warum seine Lehre die beste ist? 

Sie ist keine alltägliche, Papiertechniker können nur bei der Rondo Ganahl lernen – sonst nirgends; die Aufstiegschancen sind gut; der Job ist einer, den man in Zukunft brauchen wird; und  die Berufsschule ist nicht in Vorarlberg, sondern wird geblockt in Oberösterreich absolviert. „So lerne ich neue Leute  aus ganz Österreich kennen.“ Wegners Ausbildner sei zudem ein sehr geduldiger, erfahrener „feiner Typ.“

Viele Lehrlingsevents

Ebenfalls bei Rondo lernt im zweiten Lehrjahr Dominik Greiner. Der angehende Verpackungstechniker findet seine Ausbildnerinnen und Ausbildner „alle ziemlich cool.“„Sie bringen Inhalte verständlich rüber, helfen mir geduldig bei Unklarheiten und sind für mich da, wenn’s mal klemmt“, schreibt er in seiner mehrseitigen Präsentation, in die er sogar zwei Videos verpackt hat. Die zeigen: Die Lehrlinge halten auch nach Dienstschluss zusammen – gehen gemeinsam an den Fluss, grillen oder nehmen an den Teambuilding-Events der Firma teil. 

Halleiner-Lehrlinge führen durch AustroCel

06.42 Uhr.  Adrian Wanke schlängelt mit seinem Skateboard durch das verschlafene Hallein. Im Hintergrund: Vogelgezwitscher und  erste Sonnenstrahlen. Einen ganzen Tag seiner Lehre filmt er ab – um 16 Uhr  skatet er wieder heim. Wanke ist 18 Jahre alt  und macht eine Doppellehre zum Chemieverfahrens- und Labortechniker bei AustroCel Hallein, mit seinem Maturakurs will er Ende 2020 fertig sein. Mit seinem Video wollte er „jedem Zuseher das Gefühl geben, selbst in die Rolle eines Chemieverfahrenstechnikers zu schlüpfen.“ Das ist gelungen!

Ausbildung zum Chemielabortechniker

Mit der Kamera lässt sich auch Kilian Pammer bei seiner Ausbildung zum Chemielabortechniker begleiten. Im zweiten Lehrjahr analysiert er diverse Inhaltsstoffe, das komplexeste Gerät, das er dabei bedienen darf, ist der  ICP – er bestimmt mit einer  10.000 Grad heißen Plasmaflamme Metalle. Das Beste an seiner Lehre? "Man lernt jeden Tag was Neues und hat tolle, geduldige Kollegen, die eigentlich eher mehr Freunde sind.“ 

Lehrlingsalltag in einem Comic

Besonders kreativ ist auch Dominik Wilburgs Einsendung: Er hat einen Comic von seinem Alltag gemacht. Wie der aussieht? Sich mit Kollegen beraten, Zellstoffproben sammeln, einem Druckverlust in der Anlage nachgehen  und die  traumhafte Halleiner Aussicht genießen.

Obi-Lehrlinge aus ganz Österreich zeigen Talente

„Wenn ich in der Frühe ohne Mühe aufstehe, weiß ich, dass ich gerne in die Arbeit gehe“, stimmt Lehrling Michael Süß an. Im Hintergrund: stampf, klatsch,  stampf, stampf, klatsch – der Rhythmus von „We will rock you“ von Queen. Ganze 2:48 Minuten besingt der 19-jährige Obi-Lehrling in Gmünd  voller Inbrunst seine Lehrstelle. „Eine bessere Lehre gibt es nirgendwoooo.“ Höhepunkt des  Videos, das er eigens für die KURIER Aktion „Meine  Lehre“ getextet hat, ist das fulminante Klavier-Solo. Applaus! Um nichts nach stehen ihm die anderen Einsendungen.

Da wäre etwa die von Yvonne Mujanovic vom Obi Markt Neulengbach in Niederösterreich. Sie war der allererste Lehrling in ihrem  Markt „und deshalb anfangs etwas schüchtern“, schreibt sie. Im  Video zeigt sie, wie ihr die Kollegen und das angenehme Arbeitsklima geholfen haben, Spaß an der Arbeit zu finden.

„Meine Lehre ist die beste, weil ich jeden Tag neue Sachen lernen kann und meine Kreativität ausleben kann“, sagt auch Viktoria Schoiber, Lehrling im Obi Markt Mürzzuschlag. In ihrem Video packt die junge Frau an: stapelt Parkett, bohrt, sortiert, installiert und bedient Kunden - ihre liebste Arbeit bislang.

Bereits ausgelernt hat die 19-jährige Josephine Jauernig. Sie hat vor zwei Wochen mit gutem Erfolg ihre Lehrabschlussprüfung bestanden. Bei Obi möchte sie bleiben: „Die Lehrjahre haben mich regelrecht aufblühen lassen.“