Wirtschaft | Karriere
08.09.2017

Näher bei ihren Kindern: Das sind die neuen Papas

Das Selbstverständnis der Väter ändert sich: Papas wollen zunehmend Zeit für ihr Kind haben, wollen aktiver Teil bei der Betreuung sein. Dafür sind sie sogar bereit, ihren Beruf zurückzustellen. Sandra Baierl.

Die neuen Papas sind anders. Das zeigen eine Studie zur Väterbeteiligung und aktuell 2000 Anträge für die neue Familienzeit (seit 1.3. 2017 können Väter, im Einvernehmen mit ihrem Arbeitgeber, ein Monat Sonderurlaub nehmen und erhalten rund 700 Euro Familienzeitbonus). Der Familienbund analysierte 1700 Fragebögen von Männern ab 18 Jahren, um ein Stimmungsbild zu bekommen. 83 Prozent der Befragten gaben an, dass es wichtig sei, sich Zeit für sein Kind zu nehmen. Für 70 Prozent ist es sehr bzw. eher wichtig, den Beruf in der Zeit nach der Geburt des Kindes zurückzustellen. Etwa jeder zweite Befragte gab an, einen Vater zu kennen, der in Karenz war. 53 Prozent sagten weiters, dass es in ihren Unternehmen Modelle gibt, die Väterkarenz unterstützen.

Mehr Akzeptanz"Die Väterbeteiligung schreitet klar voran. Immer mehr Männer sind dafür bereit, auch berufliche Einschränkungen in Kauf zu nehmen", erklärte Familienbund-Präsident Bernhard Baier. Dies treffe umso mehr zu, je jünger die Befragten sind. Auch in den Unternehmen steige die Akzeptanz für Väterbeteiligung, das zeige sich an der steigenden Unterstützung in den Firmen.

Laut Familienministerium liegt der Väteranteil beim Kindergeldbezug derzeit bei 19 Prozent: "Das ist schon eine Steigerung, aber nicht so, wie wir uns das vorstellen", sagt Familienministerin Sophie Karmasin. Väterbeteiligung stärke die Partnerschaftlichkeit in der Familie, Frauen hätten dadurch die Möglichkeit, früher in den Beruf wieder einzusteigen.