Anleitung
11/06/2014

Machen Sie Ihre Bewerbung zum Sieger

Motivationsbrief, Lebenslauf, Bewerbungsgespräch - so machen Sie sich zum Lieblingskandidaten.

von Sandra Baierl, Magdalena Vachova

Bewerbungsprozesse sind keine Raketenwissenschaft. Und trotzdem wissen Bewerber oft nicht, wie’s geht. Den Personalisten kommt durchaus Amüsantes unter: Powerpoint-Lebensläufe, wo die Seiten geflogen kommen, mit Blümchen verziert und mit Musik untermalt. Fotos von Bewerbern aus dem Wanderurlaub oder Bilder, die sichtlich vor 15 Jahren geschossen wurden.

Beim Bewerben gilt: Einfach halten, so übersichtlich wie möglich, klar und individuell. Sie sollen dem Personalisten gefallen, sollen sich mit Ihren Unterlagen hervortun. Der Betrachter Ihres Lebenslaufs und Ihres Motivationsschreibens soll schnell erkennen können, wer Sie sind. Dafür ist es wichtig, dass Bewerber Ihre Unterlagen als Marketinginstrument betrachten: Präsentieren Sie sich, machen Sie Werbung für sich!

Für die Tipps und Tabus haben wir einen Pool an Experten befragt: Margareta Holz von Deloitte Recruiting Services, Franz Hill von Hill Woltron, Ingrid Hödl von Hödl Consulting und Robert Koenes von der Iventa Personalberatung.

Hier finden Sie jeweils ein Muster für einen

und ein
, die den Personalisten im Gedächtnis bleiben!

Die kreativsten Lebensläufe finden Sie außerdem auf pinterest oder auch auch behance.

Nüchtern und strukturiert

Kein Lebenslauf gleicht dem anderen, sagen Personalisten. Da schlägt viel Individualität durch, was durchaus sein darf. Aber: Kreativität ist im Lebenslauf nachrangig, er sollte viel mehr übersichtlich und nüchtern sein, mit dem Aktuellen zuerst. Wichtig: Den Lebenslauf als Eigenmarketing verstehen, die Aufmerksamkeit des Personalisten erregen. Das soll (nicht) enthalten sein:

1. Persönliche Daten: Name und Anschrift sind ein Muss, können aber auch im Kopf der Seite stehen. Bei Älteren – ab 45 – raten Experten, das Geburtsdatum nicht anzugeben, um die Qualifikation statt das Alter zu betonen. Familienstand, Nationalität und Religion sind alte, überholte Relikte – die kann man besser weglassen. Ebenso Namen und Beruf der Eltern.

2. Berufserfahrung: Zu Beginn des Lebenslaufs ist eine kurze Zusammenfassung empfohlen. Was zeichnet mich aus? Wer bin ich? Individuell und fachspezifisch sollen hier die eigenen Besonderheiten herausgehoben werden. Danach: Listen Sie relevante Tätigkeiten mit Positionsbeschreibung, Verantwortungsbereich (Zahl der Mitarbeiter, Budget). Berufseinsteiger listen Praktika, Auslandserfahrung.

3. Ausbildung: Hier genügen die letzten und wichtigen Stationen (Studium und Matura ja, dass man die Volksschule absolviert hat, versteht sich von selbst). Ebenso wichtig: fachliche Zusatzqualifikationen.

4. Interessen: Vorsicht ist bei den Hobbys geboten, weil mit der Preisgabe der Freizeitinteressen viel Persönlichkeit gezeigt wird.

5. Lücken: Sie sind Teil des Lebens – ein offener, ehrlicher Umgang ist allemal besser, als mit Gewalt kaschieren zu wollen.

6. Umfang: Maximal zwei Seiten.

7. Foto: Kein Foto vom Wanderurlaub, kein mieses Passbild. Ein professionelles Bild (wirklich vom Profi gemacht) in guter Größe (10x15 cm), am besten auf das Deckblatt gedruckt.


Das Motivationsschreiben

Das Erste, was ein Recruiter bei der Bewerbung liest, ist das Motivationsschreiben. Umso wichtiger ist es, schon hier zu überzeugen und Appetit auf mehr – den Lebenslauf – zu machen. Auf höchstens einer A4-Seite soll Ihr Wunsch, diesen Job auszuüben, begründet werden:

1. Anrede: Das Anschreiben, wie das Motivationsschreiben auch genannt wird, steht und fällt mit der richtigen Ansprache und der richtigen Bezugsperson. Die Angabe einer Projekt- oder Referenznummer im Betreff erleichtern dem Empfänger das Zuordnen zur ausgeschriebenen Stelle. Nach Ihrer kurzen Vorstellung: Absatz machen.

2. Motivation: Während Sie in ein bis zwei Absätzen beschreiben, warum gerade Sie der/die Beste für den Job wären, sollten Sie natürlich und bei Ihrem eigenen Sprachstil bleiben. Recruiter wollen keine alten Floskeln, Standardsätze und steife Formulierungen. Diese müssen Originalität, Esprit und Selbstbewusstsein weichen. Je höher die vakante Position, desto mehr Engagement erwarten sie.
Rechtschreibfehler und Formatierungsfehler sind bei Bewerbungen für alle Stellen tabu. Wichtig: Das Motivationsschreiben ist kein Forderungskatalog. Experten raten daher, Wünsche zu Firmenautos, Handys oder Urlauben erst im persönlichen Vorstellungsgespräch zu besprechen. Ungern sehen Recruiter zu moderne Anschreiben, wie etwa das ledigliche Zusenden eines Links zur persönlichen Homepage, statt einer ausführlichen schriftlichen Vorstellung. Hingegen dürfen Sie diese gerne im Anschreiben als Zusatzinfo anführen. Beim Bewerben auf Online-Portalen wird von Firmen auf das Hochladen eines Anschreibens häufig verzichtet. Umso wichtiger ist es, hier auf die Richtigkeit der anderen Dokumente zu achten: Checken Sie Datei-Typ und Datei-Größe.

3. Abschluss: Bringen Sie unbedingt an, dass Sie sich über ein persönliches Gespräch mit dem Personalverantwortlichen freuen würden. Darf nicht fehlen: Die Anzahl der Anlagen, die mit dem Anschreiben mitgeschickt werden.

Die Firma schon vorab kennen

Sie haben nur eine Chance auf einen ersten guten Eindruck. Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch geladen sind, befolgen Sie daher diese wichtigsten Regeln: Pünktlich sein, Kleidung wählen, die zum Job passt und sehr gut über die Branche und das Unternehmen informiert sein. Auf das wird beim Bewerbungsgespräch noch geachtet:

1. Vor dem Gespräch: Bereiten Sie sich Ihre gesamten Unterlagen in einer repräsentativen Mappe vor und bringen Sie sie mit zum Bewerbungsgespräch. Sollten Sie sich zu diesem verspäten, geben Sie telefonisch Bescheid. Bereiten Sie sich im Vorfeld Fragen zum Unternehmer und dem potenziellen Arbeitsbereich vor. Diese dürfen auch kritisch sein – das zeigt, dass Sie sich mit der Jobsuche wirklich gut auseinandergesetzt haben.

2. Während des Gesprächs: Trotz Nervosität: Gehen Sie selbstbewusst ins Gespräch. Ein schwacher Händedruck und ein ausweichender Blick zeugen von Verlegenheit. Small Talk (wenn er vom Personalisten angefangen wird) ist gut und bricht das Eis. Klammern Sie sich bei Fragen zu Ihrem Werdegang nicht an den Text in Ihrer Bewerbungsmappe. Reden Sie frei über Ihre ehemaligen Aufgaben und beziehen Sie die Learnings aus ihnen auf die Anforderungen der ausgeschrieben Stelle.
Recruiter wollen Authentizität. Sie sind darauf geschult, Kandidaten zu lesen und hinter Ihre Fassade zu blicken – spielen Sie keine Rolle.
Unterschiede gibt es zwischen Vorstellungsgesprächen bei einer Personalagentur und beim Unternehmen direkt. Bei der Agentur können Fragen etwa zum Gehalt oder zur Unternehmenskultur vorab gut abgetastet werden.

3. Abschlussworte: Fragen Sie am Ende des Gesprächs, welchen Eindruck Sie hinterlassen haben und wie der weitere Bewerbungsablauf aussieht – oder wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können.
Wird nicht auf das weitere Vorgehen eingegangen, können Sie ab einer Woche nach dem Gespräch nachtelefonieren – das zeugt von Interesse.

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