Wirtschaft | Karriere
23.05.2018

Sommer: Last minute zum Ferialjob

Gerangel um die besten Sommerjobs: Manche Arbeitgeber sind schon im Februar ausgebucht. Rettung für Spätentschlossene.

Auch diesen Sommer werden laut Schätzung der Arbeiterkammer rund 100.000 Schülerinnen und Schüler einen Ferialjob annehmen oder im Zuge eines Praktikums erste Berufserfahrungen sammeln. Sommerjobs und Praktika unterscheiden sich arbeitsrechtlich und in der Bezahlung. Beim Praktikum steht der Ausbildungszweck im Vordergrund, das Geld ist hier zweitrangig. Parallel zu den Schülern werden mehr als 80.000 Studierende heuer ein Pflichtpraktikum absolvieren, schätzt das Wiener Forschungsinstitut Forba. Noch nicht mit eingerechnet sind die tausenden Studierenden, die freiwillig arbeiten oder über den Sommer des Geldes wegen jobben. Die Konkurrenz am Arbeitsmarkt der Ferialjobber ist also groß. Wer jetzt im Mai erst mit der Suche beginnt (und nicht als Keiler in der Fußgängerzone landen will), muss entweder mit kreativen Initiativbewerbungen sein Glück versuchen oder gut recherchieren, welche Firmen noch Restplätze anbieten.

1500 Stellen bei der Post

Gute Chancen haben Kurzentschlossenen etwa noch bei der Österreichischen Post. „Hol dir einen von 1500 Sommerjobs, bei dir ums Eck und in ganz Österreich“: Auf der Website wirbt das Unternehmen wie schon in den vergangenen Jahren um junge Arbeitskräfte. Wie viele der 1500 Stellen sind Mitte Mai noch zu haben? Mit einer konkreten Zahl kann Unternehmenssprecher David Weichselbaum nicht dienen. Aber: „Wir sind in ganz Österreich noch auf der Suche nach Urlaubsvertretern. Im Raum Wien sind noch einige Stellen offen, aber auch in den Bundesländern stehen die Chancen für Bewerber noch gut.“

Hofer, Uniqa

Auch der Lebensmittel-Diskonter Hofer hat über ganz Österreich verstreut noch etwa 30 Ferialstellen ausgeschrieben. Die meisten davon sind im Verkauf und mit einem Bruttogehalt von 1758 Euro überdurchschnittlich gut bezahlt. Für das Hofer Management sind die Ferialpraktika eine Gelegenheit sich „frühzeitig als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren“. „Die Zahl unserer Verkaufspraktika ist in den vergangenen Jahren konstant“, sagt eine Sprecherin. In den „steuernden Einheiten“ wie Administration, Einkauf oder IT seinen zuletzt zusätzliche Praktikumsplätze entstanden. Restplätze im Sommerkontingent hat auch Versicherungsdienstleister Uniqa, insgesamt gibt es hier jährlich rund 70 Stellen. Die noch offenen Praktika sind allesamt in Wien und richten sich ausschließlich an Studierende. Für Uniqa sind die befristeten Mitarbeiter einerseits Urlaubsvertretung, andererseits Unterstützung bei zeitlich befristeten Projekten. Bewährt sich ein Praktikant, bleibe man gerne in Kontakt. „In den vergangenen Jahren haben wir sehr viele der Ferialpraktikanten als fixe Mitarbeiter gewonnen“, so Pressesprecher Gregor Bitschnau.

Rosenberger

Ein Auto brauchen Bewerber, die sich für einen Sommerjob beim Raststättenbetreiber Rosenberger interessieren. In St. Pölten, Gralla, Golling, Eisentratten und Pettnau werden noch Praktikanten benötigt. „Die Hauptsaison bei Rosenberger ist in den Sommermonaten von Juli bis September“, erklärt Unternehmenssprecherin Marion Klee. In diesen Monaten seien Sommerjobber und Praktikanten für den Betrieb eine wichtige Unterstützung.

Survival-Tipps für Praktis

1. Alles schriftlich. Arbeitsverträge nie mündlich abschließen. Achten Sie darauf, dass Arbeitszeit, Überstundenabgeltung und Lohn bzw. Gehalt stimmen und ob ein Kollektivvertrag angewendet wird.
2. Stunden aufschreiben. So behalten Sie  einerseits selbst den Überblick und sind im Streitfall gerüstet.
3. Ziele setzen. Überlegen Sie sich vorab, welche Erfahrungen Sie mitnehmen wollen. Auch einfache Tätigkeiten bergen Aha-Erlebnisse. Und sei es nur die Erfahrung, doch lieber weiter zur Schule zu gehen.
4. Hallo sagen. Grüßen Sie am Arbeitsplatz alle Kollegen, die Ihnen begegnen. Höflichkeit kommt gut an und wer weiß, welche wertvollen Kontakte sich längerfristig ergeben.
5. Hilfe anbieten. Jemand aus dem Team hat Stress? Bieten Sie an, etwas  Arbeit abzunehmen. Wenn Sie Ihrerseits einmal ins Straucheln kommen, wird man sich revanchieren.
6. Feedback fordern. Bitten Sie Vorgesetzte neben mündlicher Kritik auch um ein Arbeitszeugnis. Bei der nächsten Bewerbung können  Sie so belegen, was Sie geleistet haben.