KMU müssen offener werden

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Foto: abz*austria abz*austria lud zum Talk

ManagerInnen und UnternehmerInnen diskutierten über die Zukunft des Mittelstandes und notwendige Veränderungen.


Unter dem Motto „Zukunft aktiv gestalten - Perspektiven für den Mittelstand“ luden die Unternehmen abz*austria, KLAITON, Seinfeld Professionals/Northcote Recht, theLiving Core und Qualysoft diesen Mai gezielt ManagerInnen und UnternehmerInnen des Mittelstandes zum interaktiven Austausch ein.

2013 waren 99,6 Prozent aller in Österreich aktiven Unternehmen - das entsprach rund 257.000 Unternehmen - sogenannte Klein- und Mittelunternehmen. Sie beschäftigten knapp zwei Drittel der österreichischen Erwerbstätigen, also etwa 1,7 Millionen Personen. Das war Grund genug für Manuela Vollmann, Geschäftsführerin von abz*austria, Vertretern und Vertreterinnen des Mittelstandes durch diese Veranstaltungsreihe eine Plattform für Input, Diskussion und Vernetzung zu bieten. Durch die Vielfältigkeit der Tätigkeitsbereiche der VeranstalterInnen war eine interdisziplinäre Perspektive gesichert.

Die Vielfalt der Themen reichte vom Trend zur Digitalisierung von Geschäftsmodellen, bis zur Frage, wie auch mittelständische Unternehmen Räume so verändern und gestalten können, dass Neues entstehen kann. Immer wieder wurde die Notwendigkeit, Führung und Unternehmenskultur neu zu denken, deutlich. Sophie Martinetz, Geschäftsführerin von Seinfeld Professionals erläutert die Notwendigkeit für Veränderungen: “Mehr als 50 Prozent der derzeit in Beschäftigung stehenden Menschen gehen in den nächsten Jahren in Pension und müssen nachbesetzt werden. Alle Unternehmen wollen die besten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Klar ist: Jene, die sich jetzt schon Gedanken über Perspektiven und Möglichkeiten machen, werden einen Schritt voraus sein! Viele denken dann, mit ein paar guten Möbeln und einem schönen Büro bin ich schon gut vorbereitet. Hinterfragt werden müssen aber vielmehr die eigenen Strukturen, welche Autonomien ich ermögliche, aber auch welche Grenzen ich als Unternehmer oder Unternehmerin setze. Oft braucht es nur kleine Veränderungen, die Großes bewirken.“

Kleine Unternehmen können von Großen lernen

Thomas Fundneider, Geschäftsführer von theLivingCore ergänzt, dass mittelständische Unternehmen eben nicht die finanziellen Möglichkeiten zur Verfügung haben, um z.B. Pilotprojekte für neues Arbeiten inklusive Neugestaltung der Büros zu starten und erst einmal zu auszuprobieren, was funktioniert. Gleichzeitig gibt es aber die Chance, sich die Erkenntnisse der großen Unternehmen zu Nutze zu machen. Dabei erwähnt er z.B. komplett geschlossene Telefonboxen, im Inneren oder ganz im Außenbereich anzubieten, denn hier funktionieren keine Zwischenlösungen.

„Veränderungen im Mind-Set sind wichtig. So müssen wir z.B. über neue Arbeitszeit - und Arbeitsorganisationsmodelle nachdenken, damit wir gut und gesund arbeiten können.“ So Manuela Vollmann, „Es gehe darum eine lernende Organisation zu sein und Bildung und Wissen als Schlüssel für die Unternehmensführung einzusetzen.“ Thomas Fundneider weiß, “dass sich gewisse Grundbedürfnisse des Menschen über die Jahrhunderte nicht verändert haben. Nicht umsonst haben viele große Unternehmen ähnliche Raumaufteilungen wie z.B. alte Klosteranlagen.“

Digitale Plattformen um ExpertInnen zu finden

Birgit Oburger, Head of Communications and Consultant Relations KLAITON sieht digitale Plattformen und Hub-Lösungen als Chance für den Mittelstand, sich dort wo es Sinn macht gezielt ExpertInnen als Unternehmen zuzukaufen. Es muss nicht mehr sämtliches Wissen im Unternehmen selbst verankert sein. Manuela Vollmann meint, “dass aber oft auch den Menschen gar nicht klar ist, welches Wissen sie bereits haben. Der Alltag ist oft so von administrativen Dingen überlagert, dass man als Chefin oder Chef wieder gefordert ist, eigene Denkräume zu schaffen. „Auch mit der Frage wie man innovativ arbeiten kann beschäftigten sich die TeilnehmerInnen. „Es ist klar, dass ich an dem Schreibtisch, wo ich mein Tagesgeschäft erledige, oft nicht ausreichend innovativ arbeiten kann.„ so Andreas Hieger.

Alle sind sich aber einig, dass neue Strukturen sehr schnell sterben, wenn die Führung nicht dahinter steht. Ebenfalls Einigkeit besteht darüber, dass es sehr viele Innovationen in mittelständischen Unternehmen bereits gibt, aber diese viel zu wenig vor den Vorhang geholt werden bzw. es eben oft nur die großen Unternehmen sind, die ihre Innovationen auch kommunizieren. Nicht zuletzt deshalb macht eine Weiterführung der Veranstaltungsreihe Sinn. Bereits im Sommer soll es darum auch Überlegungen zur Fortsetzung geben.

(ots) Erstellt am
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