Jeder Dritte fürchtet Mangel an Facharbeitern

"Eine Perversität ersten Ranges, dass wir unter einem Facharbeitermangel leiden und gleichzeitig Leute vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter in Rente schicken", so Christoph Leitl.
Foto: ap

70 Prozent von 1000 befragten Betrieben haben Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden

Die gute Nachricht vorweg: Mehr als ein Viertel der Betriebe will in den kommenden sechs Monaten zusätzliche Mitarbeiter einstellen, so eine Studie des market-Instituts. Die Schlechte: 70 Prozent der 1000 Befragten haben Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. Es hapere an fachlicher Qualifikation und mangelnder Motivation (59 bzw. 61 Prozent).

Für Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl ist es "eine Perversität ersten Ranges, dass wir unter einem Facharbeitermangel leiden und gleichzeitig Leute vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter in Rente schicken". Leitl spricht sich für ein Modell nach Vorbild Schwedens aus: Wer länger im Arbeitsleben bleibt, bekommt Zuschläge, wer früher geht, Abschläge. Zudem müsse die Erwerbsquote von Frauen erhöht und die Lehre attraktiver gemacht werden.

Leitl schätzt, dass sich der Fachkräftemangel noch verschärfen wird, da osteuropäische Länder stärker wachsen und den Wettlauf anheizen. In Deutschland werde es in den nächsten 15 Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung 6,5 Millionen weniger Arbeitskräfte geben. Ingenieure würden daher bereits in Indonesien angeworben werden.

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(kurier) Erstellt am
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