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Wirtschaft Karriere
06/21/2020

Hygiene Austria: Geboren in der Krise, und jetzt?

Der heimische Maskenhersteller Hygiene Austria LP entstand wegen und in der Krise. Die Maskenpflicht ist weitestgehend gefallen. Hat das Unternehmen weiterhin eine Zukunft?

von Diana Dauer

In der Krise galt es "sofort zu reagierenÔÇť. Und vielerorts wurde sofort, spontan und kreativ nach L├Âsungen gesucht. Schneider n├Ąhten Masken statt Kleider, aus Autoteilen wurden Beatmungsger├Ąte entwickelt, Messehallen wurden zu Lazaretten umgebaut. Und auch in Wiener Neudorf wurde aus einer alten Dessous-Fabrik eine Schutzmaskenproduktion.

Doch mit 15. Juni ist nun die Maskenpflicht gefallen. ├ľsterreich hat ├╝ber 100 Millionen Masken bestellt, ein Gro├čteil kam noch nicht in ├ľsterreich an. F├╝r einen Teil davon w├╝rde jetzt versucht werden, sie gegen Schutzanz├╝ge umzutauschen, da man diese eher ben├Âtige, wie die ZIB 1 berichtet hat.

Wie sieht die Zukunft f├╝r heimische Maskenhersteller aus? Werden die Produktionsst├Ątten wieder zur├╝ckgebaut?

Die Produktion der Schutzmasken im Werk in Wiener Neudorf soll sogar erweitert werden, hei├čt es von Tino Wieser, Gesch├Ąftsf├╝hrer der Hygiene Austria LP, auf Anfrage des KURIER. Bis zu 25 Millionen Masken will man bei der Hygiene Austria im Monat produzieren. Tats├Ąchlich wurde sogar ein weiterer Standort in Gro├čbritannien aufgebaut. "Eine weitere Expansion ist bereits in UmsetzungÔÇť, hei├čt es. Obwohl die Maskenpflicht gelockert wurde, verzeichne das Unternehmen keinen Bestellungsr├╝ckgang. "Viele ├ľsterreicherinnen und ├ľsterreicher tragen weiterhin Masken.ÔÇť

Wieviel Prozent des ├Âsterreichischen Schutzmaskenbedarfs von der Hygiene Austria produziert wird, wolle man nicht beantworten. Allerdings habe man das Gef├╝hl, dass das Masken-Angebot des Unternehmens in ├ľsterreich nicht ausreichend angenommen werde. "Wir erf├╝llen alle Zertifizierungs- und Qualit├Ątsstandards, die in ├ľsterreich f├╝r den Gesundheitsbereich erforderlich sind und das zu einem weltweit wettbewerbsf├Ąhigen Marktpreis. Dennoch werden in ├ľsterreich nach wie vor teurere Masken mit weit schlechterer Qualit├Ąt gekauftÔÇť, hei├čt es aus dem Unternehmen.

Hauptabnehmer der in Wiener Neudorf produzierten Masken seien Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich, aber auch aus dem Handel und dem Industriesektor. "Einer der bekanntesten Eink├Ąufer ist die Firma W├╝rth, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Schutzmasken ausstatten.ÔÇť

Wirtschaftlich gehe es dem Unternehmen, nach eigenen Angaben, gut, man befinde sich weiterhin auf einem Wachstumspfad. Das Produktsortiment wurde um FFP2 und Kindermasken erweitert, au├čerdem werde man zuk├╝nftig noch weitere Produkte ins Portfolio aufnehmen.

Die einst leeren Hallen der Dessousfabrik wurden mit Maschinen zur Produktion von Schutzmasken ausgestattet. F├╝r die Umr├╝stung der Hallen investierten Palmers und Lenzing "einen Beitrag im Millionenbereich.ÔÇť Und man werde hier, trotz Lockerungen der Schutzma├čnahmen, die Produktion nicht einstellen.

Wie sieht also die Zukunft aus?

"Wir sind gekommen, um zu bleiben. Wir haben die Hygiene Austria zwar w├Ąhrend einer Pandemie gegr├╝ndet, dennoch haben wir von Anfang an beschlossen, das Unternehmen auch nach der Krise fortzuf├╝hren. Daf├╝r haben wir zahlreiche Innovationen im Auge, die wir auch umsetzen werden.ÔÇť

Das Unternehmen ist aus der Krise geboren

Im Palmers-Haus in Wiener Neudorf wurden fr├╝her BHs hergestellt. Jetzt werden dort Masken f├╝r den Mund- und Nasenschutz produziert. Palmers und der heimische Faserhersteller Lenzing gr├╝ndeten daf├╝r das Gemeinschaftsunternehmen "Hygiene Austria LPÔÇť, bestellten Maschinen in Asien, engagierten gut hundert neue Mitarbeiter und st├╝rzten sich in die Produktion von MNS und sogar FFP2-Masken f├╝r den medizinischen Bereich. Die Masken f├╝r den Weltmarkt sollen sich f├╝r Palmers zu einem zweiten Umsatz-Standbein entwickeln. Binnen k├╝rzester Zeit wurden die Hallen des leer stehenden  Palmershauses wieder in Betrieb genommen.  Bis 25 Millionen Masken im Monat  sollten hier zu Spitzenzeiten f├╝r den Weltmarkt produziert werden. Im   Gemeinschaftsunternehmen gilt Arbeitsteilung. Lenzing ist zust├Ąndig f├╝r Technik und Rohstoffe, Palmers ├╝bernimmt die Produktion und den Vertrieb.

 

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